Das erste Konzert des Musikvereins Erzingen in diesem Jahr stand unter besonderen Vorzeichen. Zum einen hieß es nach 33 Jahren unter der musikalischen Leitung von Elmar Maier von ihm Abschied zu nehmen, zum anderen nach zwei Jahren Unterbruch wieder einmal ein Konzert zu bestreiten, dies ohne lange Vorbereitungszeit.

Die gute Nachricht deshalb vorweg: Der Konzertabend demonstrierte wieder einmal – Klasse statt Masse. Denn mit wenig mehr als 30 aktiven Musiker an der Zahl ist der Erzinger Musikverein zahlenmäßig nicht besonders stark aufgestellt, aber, salopp formuliert, dafür können sie was.

Im Rahmen eines denkwürdigen Konzertabends wurde Dirigent Elmar Maier verabschiedet.
Im Rahmen eines denkwürdigen Konzertabends wurde Dirigent Elmar Maier verabschiedet. | Bild: Eva Baumgartner

Durch das Konzert führte Corina Keller, die zu Werk und Komponist jeweils eine kleine Einführung gab. Der festliche und anspruchsvolle Auftakt, der „Grand March“ aus Tannhäuser von Richard Wagner, arrangiert von Mitchel Bender, geriet zu einem beeindruckenden Auftritt des Orchesters.

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Musikalische Reise um die Welt

Von der Wartburg führte die Reise nach „Oregon“, eine Komposition des bekannten Jakob de Haan, bei einem früheren Konzert der Erzinger bereits gehört, aber immer wieder ein spannendes Hörerlebnis, die die Zugfahrt durch diese atemberaubende Landschaft fast hautnah in den Saal zauberte.

Für einen heftigen Stimmungswechsel war mit „Moment für Morricone“ gesorgt, Filmmusik aus weltberühmten Sergio-Leone-Western, mit Gänsehautauftakt, Pferdegetrappel und dramatischen Entwicklungen war ein spannendes, genussvolles Wechselbad der Gefühle im Saal garantiert.

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Müßig zu erwähnen, dass großer Beifall aufbrandete. Die dringend notwendige Erholungspause wurde mit dem „Concerto D‘Amore“ von Jacob de Haan mit Elementen des Jazz und Swing nachgeliefert, um dann mit dem fröhlichen Festmarsch „Jubelklänge“ von Ernst Übel in die Pause zu gehen.

In der zweiten Hälfte kredenzte das Orchester allerbeste Unterhaltungsmusik: Tom Jones und Neil Diamond kreuzten in „Gentleman Of Music“ auf, dennoch bei Weitem übertroffen wurden diese schon etwas älteren Stars von Alice Merton und ihrem Superhit „No Roots“, ein äußerst rhythmusbetonter, beatstarker Hit, der nicht nur dem Dirigenten in die Glieder fuhr.

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Laudatio an den langjährigen Dirigenten

Doch nach großem Applaus und zwei Zugaben schlug die Stunde des Abschiedes. Für den Verein hielt der Vorsitzende Christoph Zimmermann mit bewegenden Worten die Laudatio: „Elmar Maier hat seit 1989 nicht nur den Sound des Musikvereines Erzingen geprägt, sondern in vielschichtiger Weise den ganzen Verein.“

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Mit Herzblut habe er sich um die musikalische Weiterentwicklung des Vereines gekümmert, ebenso mit großem Einsatz für die Ausbildung der Jugend, die er in unzähligen Stunden in Theorie und am Instrument unterrichtet habe. „Die Jugendarbeit war für Dich eine Herzensangelegenheit“, betonte Zimmermann und verwies auch auf die Verbandsarbeit als Ausbilder in Steinabad.

Erinnerung an große Verdienste

„Kaum eine Probe, kaum ein Auftritt ohne Elmar Maier. Ebenso bei den geselligen vereinsinternen Anlässen war er immer mit dabei – einfach ein guter Kamerad“, führte Zimmermann aus und erinnerte an die zahlreichen Auszeichnungen, darunter die höchst selten verliehene CISM-Medaille des Internationalen Musikbundes bis hin zur goldenen sowie der diamanten Sonderehrennadel des Bund Deutscher Blasmusikverbände für langjährige Verdienste im Blasmusikverband Hochrhein als Bezirksdirigent und Ausbilder.

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Brigitte Russ, Vizepräsidentin des hiesigen Blasmusikverbandes, erinnerte an seine großen Verdienste als Bezirksdirigent, dies über 25 Jahre lang, seine überragende Jugendarbeit, während der er Generationen von Nachwuchsmusikern zum Leistungsabzeichen führte – kurzum eine große Bereicherung für den Verband.

In den Reihen der Redner bekundete zudem Bürgermeister Ozan Topcuogullari seine große Dankbarkeit für das enorme Engagement für den Verein. Dafür gab es eine Urkunde der Gemeinde Klettgau.

Die besten Wünsche und ein Präsent überreichte auch Bürgermeister Ozan Topcuogullari dem scheidenden Dirigenten.
Die besten Wünsche und ein Präsent überreichte auch Bürgermeister Ozan Topcuogullari dem scheidenden Dirigenten. | Bild: Eva Baumgartner

Schließlich endete der Reigen der Redner mit der Erzinger Weinprinzessin Ronja Rotzinger, die sich mit einem persönlichen Geschenk bei Elmar Maier ganz besonders für die musikalische Gestaltung der Winzerfeste über all die vielen Jahre bedankte.

Im Namen aller Erzinger Winzer dankte Weinprinzessin Ronja Rotzinger dem scheidenden Dirigenten für die musikalische Gestaltung ...
Im Namen aller Erzinger Winzer dankte Weinprinzessin Ronja Rotzinger dem scheidenden Dirigenten für die musikalische Gestaltung zahlreicher Winzerfeste. | Bild: Eva Baumgartner

Musikalisch gab es mit dem Marsch „In Harmonie vereint“ ein letztes Adieu für den Dirigenten an diesem schönen Abend. Vom Publikum wurde der sichtlich sehr gerührte Elmar Maier mit stehenden Ovationen verabschiedet.