Die Konzerte des Akkordeon Orchesters Klettgau sind immer etwas Besonderes. Wie gerne würden viele Einwohner jetzt ein Konzert besuchen, gleichermaßen würden die Musiker allzu gerne auftreten oder zumindest wieder einmal gemeinsam proben. Aber: Seit fast einem Jahr ist dies pandemiebedingt ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei ist es ein schwacher Trost, dass es auch allen anderen so ergeht.

Alles war für die Katz‘

Die langjährige Dirigentin des Akkordeon Orchesters Klettgau, Martina Vitacca, hat ein Corona-Protokoll für 2020 erstellt, dessen Resümee ist: „Alles war für die Katz‘.“ Den Auftakt macht der erste Lockdown im März, es hagelte Absagen: das große Frühjahrskonzert, das Ausrichten des Wertungsspieles des Verbandes in Grießen, das vom Orchester organisiert werden sollte. Die Probenarbeit und die Vorbereitungen waren umsonst. Proben und der Unterricht waren für drei Monate untersagt.

Martina Vitacca ist seit vielen Jahren die Dirigentin des Akkordeon Orchesters Klettgau.
Martina Vitacca ist seit vielen Jahren die Dirigentin des Akkordeon Orchesters Klettgau. | Bild: Eva Baumgartner

„Wir waren heilfroh, dass im Juni die Orchesterproben wieder anlaufen konnten, allerdings immer nur mit zehn Personen, gleichzeitig, also wurde mit zwei kleinen Orchestern geprobt, auch der Unterricht der Jugend durfte wieder starten“, erzählt die Dirigentin. Damit die Vorbereitungen für das Frühjahrskonzert nicht ganz umsonst gewesen waren, habe man umdisponiert, das Frühjahrsprogramm sollte als Jahreskonzert präsentiert werden. Aber auch das war wegen der Auflagen nicht möglich. „Schließlich stand die Überlegung im Raum, in den Kirchen in Grießen und Erzingen ohne Besucher zu spielen und davon Ton- und Bildaufnahmen zu machen“, so Vitacca. Der zweite Lockdown verhinderte die Probenarbeit dazu. „Immerhin, und darüber waren wir sehr froh, durfte die Jugend noch bis Mitte Dezember unterrichtet werden.“, so Martina Vitacca.

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Damit die Spieler sich nicht ganz aus den Augen verlieren, gab es das ganze Jahr über Online-Treffen, die halfen, das Gemeinschaftsgefühl nicht ganz zu verlieren. Die Planung, das ständige Umdisponieren, um irgendwie musikalisch etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, habe man dann vorerst aufgegeben. Aber nicht ganz: Die Jugend, die noch bis kurz vor Weihnachten proben konnte, hat ihre Weihnachtslieder auf CD gebrannt und sie ihren Eltern unter den Christbaum gelegt.

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Auch für die Passivmitglieder wird sich das Orchester im neuen Jahr in Erinnerung bringen, es ist davon auszugehen, dass es ein musikalischer Gruß sein wird. „Nachdem sich all unsere Alternativplanungen 2020 immer wieder aufs Neue zerschlagen haben, sind wir doch guten Mutes, im Jahr 2021 hoffentlich wieder eine Veranstaltung auf die Beine stellen zu dürfen. Daher werden wir eine grobe Planung von Veranstaltungen für das Jahr 2021 aufstellen“, sagt Dirigentin Vitacca mit Nachdruck und fügt an: „Wir geben nicht auf.“