Das Coronavirus stellt die ganze Welt auf den Kopf. Seine Auswirkungen sind in allen Bereichen des Lebens drastisch spürbar und die Folgen sind nicht absehbar. Auch für die Kommunen stellt diese Krise eine große Herausforderung dar, ebenso sind in Klettgau die gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen nicht kalkulierbar. Bürgermeister Ozan Topcuogullari gibt eine Einschätzung der Situation in Klettgau.

Steuerausfälle

„Wir erleben eine noch nie dagewesene Situation. Dieser plötzliche Wirtschafts­einbruch wird auch an der Gemeinde nicht spurlos vorbeigehen. Zugute kommt uns jetzt, dass wir trotz der vielen geplanten Projekte die Einnahmenseite im Haushalt sehr vorsichtig kalkuliert hatten.“ Aktuell könne man nur abschätzen, wie hoch die Einnahmeausfälle sein werden. „Bei der Vergnügungssteuer fehlen uns rund 13.000 Euro jeden Monat. Bei den Schlüsselzuweisungen vom Land, den Anteilen der Einkommens- und Umsatzsteuer sind aufgrund der wirtschaftlichen Situation deutliche Rückgänge zu erwarten.“ Wie hoch diese tatsächlich ausfallen werden, könne man im Moment noch nicht präzise sagen. Ähnlich verhält es sich mit der Gewerbesteuer.

Die Bauprojekte

„Auch wenn die Dienstleistung am Bürger krisenbedingt eingeschränkt werden musste, werden die Projekte in Klettgau normal weiterbearbeitet. Schließlich haben wir große und wichtige Themen, die auch in der Krise weiter vorangebracht werden müssen. Einmal mehr wurde uns vor Augen geführt, wie wichtig zum Beispiel schnelles und funktionierendes Internet geworden ist. Gerade in den Gewerbegebieten sind wir beim Ausbau einen großen Schritt vorangekommen. Die Ortsnetzplanung ist abgeschlossen.“

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Weiterhin wurde kürzlich mit dem Bau des Gehwegs in der Robert-Stehli-Straße begonnen und der Auftrag für die Erschließungsarbeiten des neuen Gewerbegebiets Rubel wurden vergeben. „Ich bin sehr froh darüber, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut mitziehen“, beton Topcuogullari.

Situation in Kindergärten

„Derzeit werden die Kindergartengebühren nicht eingezogen. Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 25. Mai, die erstmals in der Klettgauer Sporthalle stattfindet, über einen Erlass der Gebühren bei den kommunalen Kindergärten in der Corona-Krise beraten. Eine Entscheidung wird er erst treffen, wenn die Verhandlungen mit dem Land auf Ausgleichszahlungen abgeschlossen sind. Derzeit fallen die meisten Kosten des Kindergartenbetriebs (zum Beispiel Personalkosten) weiter an. Diesen Ausgaben fehlt also die Einnahmeseite, das sind 16.000 Euro monatlich, die fehlen.“

Größte Sorge

„Sorgen bereiten mir die vielen kleinen Betriebe und die Gastronomie, die wegen der Krise ums Überleben kämpfen müssen. Viele Unternehmer können ihren Berufen nicht nachgehen. Wir wissen außerdem nicht, wie lange wir mit Einschränkungen leben müssen. Natürlich hoffe ich, dass schnell und bald wieder Normalität einkehrt und wir dann alle gut durch diese Krise gekommen sind. Trotzdem meine größte Befürchtung ist, dass mit den ersehnten Lockerungen eine zweite Corona-Welle auf uns zukommen kann“, so der Rathauschef.

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