Die Kostenberechnung zum Bau der neuen Gemeindehalle in Geißlingen war in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Klettgau eine bittere Kröte: Die veranschlagten Baukosten der beauftragten Architektengemeinschaft d‘Aloisio und Sautter belaufen sich auf 6,74 Millionen Euro brutto.

„Sie haben sich für einen Neubau entschieden, die Jury, darunter auch Gemeinderäte, hat sich für diesen Entwurf entschieden. Dafür bekommen wir eine Halle mit einzigartiger Architektur, eine moderne Mehrzweckhalle, die was her macht“, sagte Bürgermeister Ozan Topcuogullari. In diesem Zusammenhang erinnerte Gemeinderat Jürgen Spitznagel daran, dass ursprünglich von vier Millionen Euro Kosten die Rede war, darin enthalten ein Konzept für die alte Halle. Auch Patrick Siebler stießen die hohen Kosten auf: „Ich bin schockiert.“ Er kritisierte vor allem die Honorarkosten (Baunebenkosten) in Höhe von rund einer Million Euro.

Zuschüsse

Abgesehen von diesen zwei Stimmen, schien kein Diskussionsbedarf zur Kostenfrage zu bestehen. Letztlich wurde der aktuellen Planung und der Kostenberechnung zugestimmt. Die Gemeinde hat zwischenzeitlich zwei Zuschussanträge gestellt, bei positiven Bescheiden winkt eine Förderung von einer Million Euro. Die Bescheide sind abzuwarten, dann erst können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Im besten Fall sei der Baustart im Spätsommer 2021 möglich, nach einer Bauzeit von 14 Monaten wäre die Halle im Dezember 2022 fertiggestellt.

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Die Gemeindehalle Geißlingen aus dem Jahr 1953 war in einem äußert maroden Zustand, unter den neuen Brandschutzvorschriften für öffentliche Gebäude war ein sicherer Betrieb nicht gewährleistet. Die Begrenzung der Besucherzahl und eine Brandwache bei Veranstaltungen waren die Auflagen nach der Behebung der dringensten Mängel. Die Frage „Sanierung oder ein Neubau?“ wurde im Gemeinderat im Mai 2017 zugunsten eines Neubaus am Ortsrand entschieden. Den Architektenwettbewerb gewann die Architektengemeinschaft d‘Aloisio und Sautter.

Die neue Mehrzweckhalle im Modell.
Die neue Mehrzweckhalle im Modell. | Bild: Architekturbüro d'Aloisio

Auf der 4500 Quadratmeter großen Fläche nördlich des Fußballplatzes wird eine neue moderne Mehrzweckhalle mit ungewöhnlichem Grundriss, da fünfeckig, entstehen. Hervorstechend sind das mächtige Walmdach sowie die große Glasfront des Haupteinganges im Westen, die die Besucher empfängt. Auch auf der Südseite befinden sich entlang der zwei Säle große Glasflächen. Glas in Verbindung mit Holz sind die markanten Merkmale der neuen Halle.

Nördlich des Fußballplatzes wird die neue Gemeindehalle Geißlingen im kommenden Jahr gebaut.
Nördlich des Fußballplatzes wird die neue Gemeindehalle Geißlingen im kommenden Jahr gebaut. | Bild: Eva Baumgartner

Im Inneren besteht die Halle in groben Zügen aus einem kleinen Saal, dem sich ein großer Saal anschließt, beide können bei großen Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen verbunden werden. Herzstück ist die Bühne mit Nebenbühne und modernster Technik, dahinter die Umkleiden, diverse Lager und der Vereinsraum der Landfrauen.

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Garderoben, sanitäre Anlagen, die Küche und die dazu notwendigen Lager- und Kühlräumlichkeiten befinden sich auf ganzer Länge der Nordseite. Östlich des Gebäudes wird eine Festwiese angelegt, auf der Südseite in Richtung Fußballplatz wird es eine großzügige Terrasse geben.