Vermehrt hat sich der Klettgauer Gemeinderat mit alten Bebauungsplänen und deren Änderung zu befassen. So auch beim Vorhaben eines Bauherren, der ein circa 1700 Quadratmeter großes Grundstück in direkter Nachbarschaft zum Erzinger Friedhof bebauen will. Der dortige Bebauungsplan „Im Nächsten“ stammt aus dem Jahr 1991, ausgewiesen als Allgemeines Wohngebiet mit zweigeschossiger Bauweise, führte Planer Ernst Kaiser aus. Das recht große Grundstück, ein Wiesengelände mitten im Oberdorf, erstreckt sich zwischen der Degernauerstraße L 163a und der Straße Im Nächsten entlang des Friedhofes.

Dreistöckiges Mehrfamilienhaus

Dort möchte der Grundstückseigentümer ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus mit Flachdach bauen, wobei im dritten Obergeschoss eine Attika-Wohnung (Penthouse) vorgesehen ist. Eine Tiefgarage mit zwölf Stellplätzen sorgt für eine genügende Anzahl von Parkflächen für die geplanten sechs Wohnungen. Die verkehrstechnische Erschließung erfolgt über die Degernauerstraße.

Kritik an der Optik

Im östlichen Grundstücksbereich, in Richtung Degernauerstraße, ist ein zweigeschossiges Wohnhaus, möglicherweise ein Doppelhaus, geplant. Vor allem das Mehrfamilienhaus gegenüber des Friedhofs gefiel nicht allen Gemeinderatsmitgliedern. So befand Gabi Gäng- Schmid den Bau als zu wuchtig, er füge sich nicht in das dortige Dorfbild ein. Auch meinte sie, dass die Atmosphäre des Friedhofs als ein Ort der Stille durch das Mehrfamilienhaus gestört werde. Des Weiteren stieß ihr das Flachdach unangenehm auf, da die umliegenden Wohnhäuser alle ein Satteldach haben.

Stellplätze willkommen

Die Bereitschaft des Bauherren, auf dem eigenen Grundstück Stellplätze für Besucher des Hauses zur Verfügung zu stellen, erschien hingegen als durchaus sinnvoll, da die schmale Straße, besonders bei Beerdigungen mit zahlreichen Trauergästen, oft beidseits zugeparkt wird, weil für die zahlreichen Autos nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Mitunter ist daher ein Durchkommen für die oberhalb wohnenden Erzinger etwas prekär. Andererseits regte sich bei dem ein oder anderen Gemeinderat der Verdacht, dass die Hausbewohner selbst diese Stellplätze belegen würden.

Zustimmung

Letztlich stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für vier bis sechs Stellplätze längsseits zum Straßenrand. Das Flachdach wurde abgelehnt und ein Satteldach vorgeschrieben. Die Bebaungsplanänderung „Schlegel“ im Ortsteil Grießen hingegen ging problemlos über die Bühne, dort möchte der Bauherr ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus bauen.

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