Was haben der Eurofighter und die S-Klasse von Mercedes gemein? In beiden Top-Produkten der deutschen Ingenieurskunst schlummert auch die Innovationskraft des Klettgauer Unternehmens WMS Engineering. Inhaber Stephan von Schneyder und seine 55 Mitarbeiter sind mit ihrem Erfindergeist zum Marktführer im automatischen Entgraten aufgestiegen. Das Know-how der Firma ist international gefragt. 2019 betrug der Umsatz mehr als 10 Millionen Euro.

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Anlass genug für den FDP-Bundestagsabgeordneten Christoph Hofmann, sich mit dem Unternehmer zu einem Meinungsaustausch zu treffen. Natürlich war der Mittelpunkt des Gesprächs die Coronakrise. „Wir sind relativ gut durchgekommen. Zwar mussten wir auch teilweise Kurzarbeit anmelden. Dies habe sich aber auf einige wenige Abteilungen und Zeiten beschränkt, erklärte Stephan von Schneyder. Vielmehr Sorge bereite ihm die Auftragslage in der Zukunft: „Daimler hat zwei Anlagen, die bereits beauftragt waren, storniert, nannte er ein Beispiel. Zudem ist es aufgrund der Pandemie nicht möglich, eine bereits in die Türkei gelieferte Anlage in Betrieb zu nehmen.

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Doch jammern ist nicht das Ding des Tüftlers: „Die ersten 26 Jahre der WMS waren schon immer gepaart mit Improvisationskunst,“ erinnert er sich an die Anfänge. Nur das Geld ausgeben, dass man hat, lautet sein Credo. „Die aktuelle Situation ist für uns Motivation genug, uns neu zu erfinden.“

Die Veränderung in der Automobilindustrie, hin zur Elektromobilität ergibt auch neue Chancen für uns Zulieferer. Neue Produktionslinien müssen aufgebaut werden. Anforderungen, die sich die WMS GmbH gerne stellt. In Kürze wird das Unternehmen eine neue Produktionshalle mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche in Betrieb nehmen. „Wir arbeiten auch immer an neuen Lösungen, die unser Sortiment vergrößern, erläuterte er weiter. Derzeit entwickelt ein Projektteam eine Sondermaschine für die GF in Schaffhausen für die Kunststoffbearbeitung.

Fachkäftemangel als Problem

Fachkräftemangel ist auch für Stephan von Schneyder ein dringendes Problem. Er sieht seine Firma aber gut aufgestellt. Wir haben eine gut funktionierende Personalabteilung, die mit den Technischen Hochschulen in Furtwangen und Konstanz ein gutes Netzwerk geschaffen hat. Kritik übt er lediglich beim Thema Digitalisierung: „Wir sind ein Randgebiet. Es ist schwierig einem Mitarbeiter aus Weisweil zu erzählen, dass er aus dem Homeoffice arbeiten soll, er aber überhaupt keinen Empfang habe, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Harald Ebi und seine Ehefrau Monika Mittich-Ebi vom FDP-Kreisverband, die den Besuch von Christoph Hofmann organisiert hatten, konnten sich bei einem abschließenden Rundgang ein ausführliches Bild über die vielfältigen Produktionslinien der WMS machen.

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