Wenn Tobias Riester mit seiner großen Schafherde im Klettgau unterwegs ist, dann ist das fast eine kleine Sensation – für zufällig vorbeikommende Spaziergänger genauso wie für große und kleine Klettgauer, die von der Ankunft der Schafherde erfahren haben und extra zu den Weideplätzen hinlaufen. Der Schäfer aus Albstadt im Zollernalbkreis hat bei Erzingen die Winterweide gepachtet, seine 500 Schafe grasen hier und ziehen dann weiter in Richtung Rechberg.

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So idyllisch das Bild der weidenden Schafe auf den Winterweiden ist, das Leben des Schäfers ist kein Zuckerschlecken. Tobias Riester ist hauptberuflich Schäfer mit einer eigenen Schäferei und kann sich keinen anderen Beruf vorstellen. „Daheim habe ich noch einmal 800 Schafe, die sind dort noch eingestallt, hinzu kommen noch 80 Ziegen.“ Sein Arbeitstag ist lang und beschwerlich. „Morgens versorge ich meine Tiere in Albstadt, dann fahre ich nach Klettgau zur Herde auf die Winterweide, das sind täglich rund drei Stunden Fahrzeit.“

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Die 500 Merino Landschafe sind per Lastwagen nach Klettgau „gereist“ und fressen sich an grünen Gras satt. Immer mit dabei ist Hütehund Tiger. In Klettgau angekommen, öffnet Tobias Riester den Schutzzaun; die Schafe laufen los und grasen friedlich. Dann steht Schäfer Riester einige Stunden mit seinem Schäferstab bei der Herde und hat die Tiere im Blick. Hin und wieder hinkt ein Tier, das er dann mithilfe des am Endes Stabes befindlichen Beifanghakens einfängt, kontrolliert und behandelt.

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Die berühmt-berüchtigte Frage: „Kann man davon leben?“, beantwortet Riester mit einem Lachen: „Die Schafe sind Landschaftspfleger und dafür erhalten Schäfereien Fördermittel, das sind die Haupteinnahmequellen.“ Darüber hinaus seien es Erlöse aus der Fleischvermarktung und zum geringsten Teil solche vom Verkauf der Wolle. Sein Wolle-Abnehmer exportiere nach China, aber wie die Situation dort jetzt coronabedingt ist, sei unklar.

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Seit er 20 Jahre alt ist, betreibt Tobias Riester die Schäferei; der heute 34-Jährige hat als Quereinsteiger den Beruf „Tierwirt Schäferei“ gelernt und kann sich nichts anderes vorstellen. „Ein Naturfreund muss man schon sein, denn bei Wind und Wetter draußen zu sein, ist nicht Jedermanns Sache.“

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Am späten Nachmittag errichtet der Schäfer wieder den beweglichen Schutzzaun und treibt mit Stab und Hund die 500 Schafe in das eingezäunte Wiesen-Areal. Dann steigt Tobias Riester wieder in seinen Wagen und fährt zurück nach Albstadt.