Die Rechberger können erleichtert sein und in Zukunft ruhiger schlafen, denn die Kanalsanierung ist mit der Freigabe der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Rechberg und Degernau (Wutöschinger Straße) endgültig abgeschlossen.

Kanalsanierung war dringend notwendig

Hintergrund dieser großen notwendigen Kanalsanierung waren mehrmalige Starkregenfälle, die zu überschwemmten Kellern und Häusern in dem Ortsteil führten.

Die alten Kanäle waren zu klein dimensioniert, die Wassermassen, die bei starken Regen vom Bergrücken zwischen dem Wutachtal und dem Klettgau und über die kleine Straße ins Dorf hinunter rauschten, konnte das alte Kanalsystem nicht schnell genug aufnehmen, geschweige denn wegleiten.

Die Verbindungsstraße im alten Zustand.
Die Verbindungsstraße im alten Zustand. | Bild: Eva Baumgartner

Ortsbaumeister Holger Schulz, seit 2013 Chef des Klettgauer Ortsbauamtes, erinnert sich: „Ich bin mehrmals in Rechberg knöcheltief im Wasser gestanden, ich weiß um die Verzweiflung der Hausbesitzer.“ Neben den Schäden an den Gebäuden wurde natürlich auch die Straße schwer in Mitleidenschaft gezogen, an den Rändern ausgeschwemmt und auch der Belag war in desolatem Zustand.

Der Klettgauer Ortsbaumeister Holger Schulz hat die Kanalsanierung in Rechberg überwacht und kontrolliert.
Der Klettgauer Ortsbaumeister Holger Schulz hat die Kanalsanierung in Rechberg überwacht und kontrolliert. | Bild: Eva Baumgartner

Vierjährige Planung und Umsetzung

Mit den im Jahre 2014 vom Waldshuter Planungsbüro Kaiser erhobenen Daten des bestehenden alten Kanalsystems fiel der Startschuss für die gesamte Sanierungsstrategie. Ein Jahr später wurden die ersten großen Maßnahmen im Dorf in Angriff genommen: Es wurden neue Einlaufbauwerke gebaut und alte schadhafte Kanäle ausgetauscht sowie vergrößert.

Zwei Jahre wanderte so gesehen die „Kanalbaustelle“ durch das Dorf. Erst mit dem zweiten Bauabschnitt 2016 wurde dann die Voraussetzung für die Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Rechberg und Wutöschingen-Degernau geschaffen. Seit Februar dieses Jahres war diese Strecke deshalb komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt.

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Der alte Fahrbahnaufbau wurde durchgefräst und wieder eingebaut, darauf wurde ein Asphaltfeinbelag aufgebracht. Außerdem ist nun die neue Entwässerung entlang der Straße als Kanalrohrsystem mit nebenliegender Drainage und Bankettbereich gewährleistet. Die Kosten für die Sanierung der 1,4 Kilometer langen Strecke liegen bei knapp einer Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Rechberger Kanalsanierung auf 1,875 Millionen Euro.

Unmut über Zerstörungswut

Am vergangenen Montag fand die Abnahme der sanierten Straße statt. Bürgermeister Ozan Topcuogullari mit Ortsbaumeister Holger Schulz und allen am Bau Beteiligten inspizierte zu Fuß die ganze Strecke, bevor sie für den Verkehr freigegeben wurde. So erleichtert die Delegation über das Ende der großen Baumaßnahme war, so erbost war sie über das umgeworfene mobile WC der Bauarbeiter sowie die herausgerissenen Leitpfosten an der Strecke.

Kaum war die Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Rechberg und Degernau fertiggestellt, haben Zerstörungswütige schon Leitpfosten herausgerissen und das mobile WC-Häuschen umgeworfen.
Kaum war die Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Rechberg und Degernau fertiggestellt, haben Zerstörungswütige schon Leitpfosten herausgerissen und das mobile WC-Häuschen umgeworfen. | Bild: Eva Baumgartner