Eine neue, frische, wenn nicht gar steife, Brise herrscht in den Reihen des Musivereins Grießen. Unter neuer musikalischer Leitung, die seit April dieses Jahres die Handschrift von Stefanie Hauser trägt, widmeten sich die Musiker ganz und gar der Farbe „Blau“. Unter dem Programmtitel des diesjährigen Jahreskonzertes „Wir machen blau“ kann sich jeder so allerhand vorstellen, unter dem Zustand „blau“ vermutlich der ein oder andere auch. Stellt sich die Frage, was sich der Musikverein dabei gedacht hat?

Neu: Seit April dieses Jahres leitet Stefanie Hauser aus Baltersweil den Musikverein Grießen.
Neu: Seit April dieses Jahres leitet Stefanie Hauser aus Baltersweil den Musikverein Grießen. | Bild: Eva Baumgartner

Für Aufklärung sorgte glücklicherweise Julia Hauser, die durch das Konzert führte, gemeint war eine musikalische „Fahrt ins Blaue“, eine schöne Aussicht, die mit dem Konzertwerk von Jacob de Haan „Pacific Dreams“ einen beeindruckenden Start fand und sogleich volle Fahrt aufnahm. Es war eine musikalische Reise von Australien als Ausgangspunkt in die endlosen Weiten des Pazifiks.

Das könnte Sie auch interessieren

Es war ein wunderbarer Konzertauftakt in Grießen, dem noch einiges mehr an Überraschungen folgen sollte. Es gab einen kurzen Ausflug in die Welt des Jazz‘ mit „Maraba Blue“ von James L. Hasay, um dann mit dem „Blue Tango“, arrangiert von Siegfried Rundel, die Beine der Besucher zucken zu lassen. Dem temperamentvollen Tango folgte ein gefühltes leichtes Dahinsegeln auf der Tanzfläche mit dem volkstümlichen, romantischen Walzer „Fast Himmelblau“ von Kurt Gäbel. Noch ganz in Walzerträumen gefangen, spendete das Publikum auch an dieser Stelle rauschenden Beifall für das Orchester, das die Konzertbesucher, die gerade eben noch so herrlich träumten, in die Pause schickte.

Nach dieser kurzweiligen ersten Konzerthälfte galt es, mit „Blue Hole“ im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Waser zu springen. Die Unterwasserwelt der Karibik mit all ihrer Faszination, aber auch den unbekannten Untiefen mit ihren Gefahren, war ein spannendes Hörerlebnis. Ein flotter, zackiger Marsch folgte mit „March Blue Sky“ auf dem Fuße.

Der große Höhepunkt des Grießener Konzertes war „Blue Eyed Samurai“ von Naoya Wada: ergreifend, erschütternd und dramatisch. Diese Darbietung schickte die Zuhörer in einen wahren Sturm der Gefühle, aus dem es kaum ein Entkommen gab und die Gänsehaut sich nur langsam wieder legte. Mit der flotten Polka „Zeitlos“ von Martin Scharnagl gab es zu guter Letzt einen schwungvollen Stimmungsaufheller, der eigentlich den Schlusspunkt unter das Konzert setzen sollte. Aber ohne Zugabe durften die Musiker nach diesem spannenden, kurzweiligen Konzert nicht von der Bühne gehen.