"Von der Guggenmusik zur Dorfmusik" – so lautet das Motto, wenn die Dorfmusik Rechberg am Wochenende, 1./2. Dezember ihr 40-jähriges Bestehen mit zwei Konzerten in der örtlichen Gemeindehalle feiert. "Als 1974 der Narrenverein „Lättä-Schübel“ Rechberg gegründet wurde, musste zur musikalischen Begleitung des Hemdglunker-Umzugs am Schmutzigen Donnerstag extra eine Musik von auswärts verpflichtet werden", erinnert sich Antje Brodscholl, die stellvertretende Vorsitzende. Die Rechberger Narren hatten daraufhin beschlossen, eine eigene Musikkapelle in Form einer Guggenmusik zu gründen.

Nicht jeder konnte Noten lesen

Spontan wurden gebrauchte Instrumente gekauft und Hubert Weißenberger aus Erzingen mit der Ausbildung dieser Musiker beauftragt. "Die Anfänge waren nicht leicht, zumal ein Großteil der Mitwirkenden mit Noten schlichtweg nichts anfangen konnte", schildert Antje Brodscholl die Anfangssituation.

Notenkenntnisse werden stetig verbessert

Hans Matt aus Erzingen übernahm das Ensemble als erster Dirigent. Nach seinem Tod war Edgar Stoll zwei Jahre lang der musikalische Leiter. Im Frühjahr 1978 konnte Johan Kramer aus Degernau als neuer Dirigent geworben werden. "Neue Ziele wurden gesteckt. Vor allem das Verbessern der Notenkenntnisse sollte bei wöchentlichen Proben erreicht werden", so Brodscholl.

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Johan Kramer begann im Sommer 1978 mit der Ausbildung der ersten 19 Zöglinge. Die Voraussetzung zur Weiterentwicklung zu einer richtigen Musikkapelle war hiermit gegeben. In diesem Zuge trennte man sich von der Bezeichnung "Guggenmusik“ und trat dann als „Dorfmusik Rechberg“ auf die Bühne.

Erstes Jahreskonzert 1981

1981 fand das erste Jahreskonzert statt. 1982 nabelte sich die Dorfmusik vom Narrenverein ab und wurde zum eigenständigen Verein, der in den Blasmusikverband Hochrhein eintrat. Josef Stoll dirigierte den Verein rund 16 Jahre lang. "Weitere Dirigenten, die den Verein zu dem gemacht haben, was er heute ist, waren Peter Grießer, Nicole Markhardt, Thilo Rebmann, Julia Hedinger, Roland Flury und Ines Beinlich", betont Antje Brodscholl.

Vier Generationen im Verein

Seit 2016 dirigiert Julia Huber den Verein. Sie gehört bereits in vierter Generation der Dorfmusik an. Ihr Ur-Opa August Huber und Opa Otmar Huber waren beide Gründungsmitglieder, und auch die Eltern spielen aktiv im Verein mit. 40 Jahre nach ihrer Gründung zählt die Dorfmusik 39 Aktive, 23 Kinder und Jugendliche befindet sich in Ausbildung.

Widmung an Mitglieder und Dirigenten

Die Konzerte zum 40-jährigen Bestehen der Dorfmusik sind den ehemaligen Dirigenten und Mitgliedern gewidmet. Es werden Musikstücke aus den verschiedensten Zeitepochen dargeboten, so beispielsweise die Slavonicka Polka, eines der ersten Stücke der Dorfmusik überhaupt, außerdem der "Karneval in Venedig" oder "Music was my first Love".

Die Konzerte finden am Samstag, 1.  Dezember (20 Uhr), und am Sonntag, 2. Dezember (15 Uhr), in der Gemeindehalle Rechberg statt. Am Sonntag tritt auch das Jugendorchester Klettgau (Leitung: Vera Huber) auf. Karten im Vorverkauf per E-Mail an dmr-konzert@gmx.net. Infos im Internet unter www.dorfmusik-rechberg.de.