Die Winzergenossenschaft Erzingen konnte bei der Hauptversammlung auf ein äußerst positives Jahr zurückblicken und überreichte zum 70. Geburtstag an den jahrzehntelangen Geschäftsführer Hansjörg Zölle einen üppigen Geschenkkorb. Durch eine Satzungsänderung wurde die Altersgrenze von 68 Jahre für die Wählbarkeit von Vorstandsmitgliedern aufgehoben, künftig sind auch ältere Mitglieder wählbar.

„Der Jahrgang 2015 ist ein Ausnahmejahrgang“, bestätigte auch Eckart Escher, Mitglied des Vorstandes des Badischen Winzerkellers Breisach, der eigens zur Hauptversammlung angereist war. Durch den Besuch des Vorstandsvorsitzenden Escher wurde gleichzeitig unterstrichen, welchen Stellenwert die Erzinger Winzer und ihre Trauben beim Badischen Winzerkeller haben, obgleich die Liefermenge im Vergleich zu anderen Zuliefergenossenschaften eher gering ist.

Der Badische Winzerkeller verarbeitete im Jahr 2015 eine Gesamttraubenmenge von 18,55 Millionen Kilogramm, aus Erzingen kamen davon 63 000 Kilogramm, geerntet aus sieben Hektar Weinberge an. Das sind pro Hektar 9800 Kilogramm Ertrag, im Jahr 2014 lag dieser bei 12 500 Kilogramm. Im allgemeinen Durchschnitt war der Ertragsdurchschnitt 2015 niedriger, die Qualität und die Reifegrade, gemessen in Öchsle, jedoch um rund 20 Grad höher.

„Wir wissen um die Qualität des Erzinger Lesegutes und schätzen daher die Zusammenarbeit mit den Erzinger Winzern sehr“, betonte Escher, und ergänzte: „Auch wenn der Anteil der Traubenmenge bei uns nur 0,34 Prozent ausmacht – ein individueller Ausbau zum Flaschenwein als eigenes Produkt wird dennoch garantiert.“ Um auch weiterhin am stark umkämpften Weinmarkt erfolgreich zu bestehen, setzt der Badische Winzerkeller auf innovatives Marketing und trendorientierte Produkte. Die Erzinger hingegen bleiben ihrer Linie mit klassischem Spätburgunder, trocken ausgebaut, einem frisch-fruchtigen Rosé oder auch Müller-Thurgau treu und erweiterten das Sortiment um den Pinot Noir Blanc.

Die Traubengeldauszahlung ist bislang kontinuierlich gestiegen, auch in diesem Jahr durften sich die Erzinger Winzer wieder über einen sehr guten Preis freuen, zumal das deutsche Klettgauer Gebiet zur Region Bodensee zählt. Dennoch geben die aktuellen Zahlen der Mitglieder, derzeit 42, wobei davon nur noch 28 Trauben abliefern Grund zur Sorge. Auch beim Badischen Winzerkeller machen sich rückläufige Zahlen der Nebenerwerbswinzer bemerkbar. Die Freude über den guten Jahrgang beflügelte die Winzer jedoch, positiv in die Zukunft zu sehen.