Mit dem Liederabend des Männerchors und der anschließenden Theateraufführung der Schauspielgruppe Rechberg erlebte Klettgau einen tollen kulturellen Jahresauftakt. In der proppenvollen Rechberger Gemeindehalle konnte Alfred Kaiser, Vorsitzender des Männerchores, bereits bei der ersten der drei Veranstaltungen des Chores knapp 200 Besucher begrüßen, darunter Reinhold Indlekofer, Präsident des Chorverbandes Hochrhein.

Obwohl einige Sänger verhindert waren, konnte sich der Männerchor mit 40 Aktiven auf der Bühne präsentieren, was seinesgleichen in der Region sucht. Das Einzugsgebiet des Chores aus dem 500 Seelen-Ort reicht bis hinauf nach Stühlingen. Dirigent Martin Umrath hatte ein Programm mit Kosakenliedern zusammengestellt. Für die Begleitung sorgte Ulrike Ruppaner am Klavier.

Nachdem der Chor „Dubadap da“, „Vive l'amour“ und das „Kosakenliedchen“ von Claus Bredow gesungen hatte, kam der musikalische Höhepunkt mit einem Medley aus russischen Volksliedern, das vom Kosakenritt über das Lied der Sehnsucht bis hin zum Csardas reichte. Das Potpourri stand ganz im Zeichen des Solisten Raffael Fulginiti: Der Solist mit italienischen Wurzeln brachte sowohl die Lebensfreude, wie auch die melancholischen Sehnsüchte nach dem weiten Russland gekonnt zum Ausdruck. Die Solopassagen, die eigentlich für Bassstimmen vorgesehen sind, wurden in beeindruckenden Tenorstimmlage gesungen. Diesen Part übernahmen in den zwei weiteren Aufführungen Dieter Hartmann und Wolfgang Meißner. Nach dem Udo Jürgens-Hit „Anuschka“ traten die Theaterspieler auf den Plan. Die Handlung des Dreiakters „Flanke, Schuß und Tooor“ begann mit einer Siegesfeier des FC Rechberg nach dem Spiel gegen den FC Grießen und dem Traum vom Aufstieg in die Landesliga.

In Anlehnung an den Mäzen des Bundesligaclubs TSG Hoffenheim mischte sich die elegante Barbara Hopp (Nathalie Dreher) ins Geschehen ein und wollte den aufstrebenden Dorfverein in die Bundesliga führen.

Sponsor sollte die G-Bau sein – ein ähnlich klingende Firma gibt es zufälligerweise in Erzingen. Platzwart (Nathalie Thomann) träumte bereits vom neuen Aufsitzmäher und der Trainer Sepp Berger (Frank Weißenberger) von Neuzugängen wie Götze und Ronaldo. Die Vereinsspitze war sich einig, dass der neue Klettgauer Bürgermeister, der bekanntlich auch ein Rechberger ist, für ein neues Stadion sorgen soll. In den letzten zwei Spielen gegen Erzingen und Weisweil wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Aufstieg zu besiegeln: Weibliche Fans wurden mit „Schnarchgut“ zum Gegner geschickt, Schiedsrichter bestochen und Spieler gedopt. Die gutaussehenden weiblichen Fußballfans brachten dabei mangels Fußballverstand aber einiges durcheinander.

Regisseurin Brigitte Wiese ist es einmal mehr gelungen, zusammen mit Patrick Siebler ein realitätsbezogenes Stück zu schreiben und die Rollen perfekt zu besetzen. Nathalie Thomann war beispielsweise die perfekte Stadionsprecherin, Gino Murelli der flotte Fußballstar und Frank Haberland der unberechenbare Vereinswirt. Für die humoristischen Einlagen sorgte Brigitte Wiese selbst, die als Frau des Vereinspräsidenten (Gregor Huber) auf der Suche nach „Knackärschen“ durch die Spielerdusche geisterte.

Welche entscheidende Rolle die Frauen des FC Rechberg zum Schluss spielten, kann man am 14. Januar nochmals erfahren, wenn der letzte der vier Theaterabende stattfindet.