Die Firma WMS Engineering feierte mit einem zweitägigen Ausflug nach München das 25-jährige Bestehen. WMS, das Kürzel für Werkzeuge, Maschinen und Systeme, stand ursprünglich für die Vornamen der Firmengründer Walter Marquardt, Martin Feucht und Stephan von Schneyder.

War die Firma anfangs für „Erfindungen aller Art“ zuständig, ist sie heute Marktführer für robotergestützte Entgratungsmaschinen. Neben dem Hauptsitz in Klettgau-Grießen hat WMS auch Vertriebs- und Serviceniederlassungen in Harsum bei Hannover, England, Frankreich und den USA. Seit 1998 ist Stephan von Schneyder alleiniger Gesellschafter und führt das Unternehmen seit 2016 zusammen mit Geschäftsführer Ralf Dietsche.

Schon früh ein Erfinder

Von Schneyder war seit seiner Jugendzeit vom Erfindergeist gepackt. Während eines sechsmonatigen Praxissemesters bei der Robotics Abteilung in der SIG in Neuhausen am Rheinfall beschloss er, mit seinen zwei damaligen Arbeitskollegen eine eigene Firma zu gründen. Noch während seines Studiums entstand in Jestetten die Firma WMS. Als die SIG zwei Jahre später damit begann, ihre Abteilungen aufzulösen, wurde die Robotics samt den Patenten übernommen. 2000 kam WMS mit 15 Mitarbeitern an die räumliche Kapazitätsgrenze und mietete sich im ehemaligen Ibico-Fabrikgebäude in Lottstetten ein, wo früher 180 Mitarbeiter Büromaschinen herstellten.

Die Veränderungen in der Automobilbranche sind eine Herausforderung für WMS.
Die Veränderungen in der Automobilbranche sind eine Herausforderung für WMS. | Bild: Thomas Güntert

Im Jahr 2004 gab es von der Firma Bosch den ersten Großauftrag für 2,5 Millionen Euro. Dann wurde das gut erhaltene Betriebsgebäude verkauft, abgerissen und ein Discounter gebaut. „Das Areal war damals für uns viel zu groß und finanziell nicht stemmbar und es gab keine Alternativen in Lottstetten“, sagte von Schneyder, der mit der Firma gerne in seiner neuen Heimatgemeinde geblieben wäre. Im Jahr 2006 konnte er in Grießen das Gebäude mit einer Produktionsfläche von 3500 Quadratmetern von der Hydraulikfirma Schweizer kaufen. Heute sind dort 58 ausgebildete Fachkräfte aus der Region beschäftigt, wovon mehr als die Hälfte im Engineering-Bereich arbeitet.

Stephan von Schneyder zeigt einen Roboter und ein Werkstück.
Stephan von Schneyder zeigt einen Roboter und ein Werkstück. | Bild: Thomas Güntert

„Glücklicherweise haben wir zahlreiche langjährigen Mitarbeiter, von denen die neuen Fachkräfte viel lernen können“, merkte von Schneyder an. In der Regel bildet WMS ständig fünf bis sechs Auszubildenden in den Berufen Industriemechaniker, Energieanlagenelektroniker, Technischer Produktdesigner und Industriekaufmann aus. „Wir hatten bisher immer Glück mit unseren Lehrlingen und konnten die meisten übernehmen“, so von Schneyder.

Die Firma WMS engineering plant und baut in Grießen Sondermaschinen, größtenteils für die Automobilindustrie und deren Zulieferer.
Die Firma WMS engineering plant und baut in Grießen Sondermaschinen, größtenteils für die Automobilindustrie und deren Zulieferer. | Bild: Thomas Güntert

Die kommenden Herausforderungen sieht der Firmenchef in den immer schneller werdenden Änderungen der Automobilbranche. Etwa 80 Prozent der Kunden kommen aus der Automobilindustrie und von deren Zulieferern. WMS baut auch Robotertechnik zur Bearbeitung von Sanitärfittings oder Akkugehäusen für E-Bikes. Das Betriebsareal soll noch in diesem Jahr um eine neue Montagehalle und eine Ausbildungswerkstatt vergrößert werden.

Mit den Karosserie-Leichtbauteilen ist eine neue Sparte für die automatisierte Entgratungstechnik hinzugekommen.
Mit den Karosserie-Leichtbauteilen ist eine neue Sparte für die automatisierte Entgratungstechnik hinzugekommen. | Bild: Thomas Güntert