Herr Topcuogullari, die Genehmigung zur Umwandlung der Gemeinschaftsschule Klettgau zur Realschule des Kultusministeriums liegt vor. Ihnen dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein.

Absolut. Der Ehrgeiz und die Hartnäckigkeit haben sich ausgezahlt. Ich bin total erleichtert, dass das Engagement zu unserem gewünschten Ziel geführt hat. Der Weg war kein leichter, aber das Ergebnis ist die Bestätigung des richtigen Handelns. Ohne diese Umwandlung wäre es wahrscheinlich unvermeidlich gewesen, dass der Schul­standort für immer geschlossen worden wäre. Diese positive Entscheidung ist für die Gemeinde Klettgau insgesamt sehr wichtig und für die zukünftige Entwicklung von enormer Bedeutung. Eine wohnortnahe Beschulung der Kinder bedeutet Lebensqualität und kurze Wege. Ich bin sehr froh, dass es uns geglückt ist, die Vorteile zu wahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt müssen nur noch die notwendigen Anmeldezahlen kommen. Am Tag der offenen Tür der Schule haben viele Bürger und Eltern sich einen ersten Eindruck von der geplanten neuen Realschule machen können. Glauben Sie, dass Sie das Vertrauen der Klettgauer Eltern zurückgewinnen konnten?

Am Tag der offenen Tür wurde hoffentlich deutlich, dass die Gemeinde nicht nur über Baumaßnahmen spricht, sondern auch handelt. Ich habe viel positive Resonanz erhalten. Mir wurde bestätigt, dass die neuen Klassenräume sehr schön geworden sind, ebenso die sanierten sanitären Anlagen im Erdgeschoss. Gerade der neu und hell gestaltete Eingangsbereich verleiht der Schule neuen Glanz und führt zu einer ganz angenehmen Atmosphäre. Ich hoffe auf die notwendigen Anmeldezahlen, wenngleich die nun vorliegende positive Entscheidung des Kultusministeriums die größere Hürde war. Die tatsächlichen Anmeldezahlen sind zweifellos auch wichtig, aber ohne das Okay des Kultusministeriums, hätte jede noch so hohe Anmeldezahl keine Wirkung gehabt.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Der Architekt wird nun direkt einen Termin mit der verantwortlichen Person beim Regierungspräsidium vereinbaren, der die bereits vorbereiteten Baupläne für die Realschule bestätigen muss, sprich ob die vorliegenden Pläne dem Raumbedarf einer Realschule entsprechen. Anschließend werden wir alles in die Wege leiten, damit so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden kann. Wir werden uns jetzt sicherlich nicht zurücklehnen und uns auf dem Erfolg ausruhen. Der Schul­standort muss nachhaltig gesichert sein. Die erste Etappe ist erreicht, aber es werden noch einige folgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Sanierung und der Erweiterungsbau kosten viel Geld. Mit welchen Zuschüssen kann die Gemeinde rechnen?

Grundsätzlich gibt es den Gemeinderatsbeschluss, auch ohne Zuschussmittel zu bauen. Wir machen den Bau also nicht abhängig von Dritten. Hier geht es um die Bildung und Zukunft der Kinder in der Gemeinde. Wir würden an falscher Stelle sparen, wenn wir den Bau abhängig von Fördermitteln machen. Der Schulstandort ist so wichtig, dass hier endlich ein Zeichen gesetzt werden muss. Das bedeutet aber nicht, dass wir auf mögliche Zuschussmittel verzichten werden. Wir sind hier im Gespräch mit den Fördermittelgebern und es zeichnet sich eine Lösung ab. Diese ist jedoch noch nicht spruchreif. Wäre die Anmeldezahl für das jetzige Schuljahr an der Gemeinschaftsschule bei über 20 gewesen, hätten wir für den Neubau rund 20 Prozent Fördermittel erhalten. Wie viel Förderung wir für den jetzigen Bau erhalten können, steht noch nicht fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Wann ist der Erweiterungsbau fertig, falls alles glatt läuft?

Es ist schwierig, schon jetzt ein Eröffnungsdatum zu nennen. Wenn alles gut läuft, wird der Bau in eineinhalb Jahren bezugsfähig sein. Aber das hängt von der Verfügbarkeit und den Kapazitäten von Bauunternehmen sowie Handwerkern ab. Ich rechne damit, dass die erste fünfte Klasse der Realschule dann im siebten Schuljahr im neuen Gebäude unterrichtet wird.

Zur Person

Ozan Topcuogullari ist 38 Jahre alt, lebt seit seiner Kindheit in Klettgau und hat in Konstanz Maschinenbau studiert. Zuletzt arbeitete er bei Sulzer Chem Tech in Winterthur als Entwicklungsingenieur. Am 27. November 2016 entschied er mit 56,8 Prozent der gültigen Stimmen als parteiloser Kandidat die Klettgauer Bürgermeisterwahl klar für sich. Seit 1. Februar 2017 ist er als Bürgermeister der Gemeinde Klettgau im Amt.