Wie jedes Jahr waren die Bürger der Gemeinde Klettgau zu einem Neujahrsempfang in die Rechberger Gemeindehalle eingeladen. Bürgermeister Volker Jungmann begrüßte jeden einzelnen Gast persönlich und bedankte sich in seiner Neujahrsansprache bei der Dorfmusik Rechberg für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. „Der Jahreswechsel ist immer ein gefühlter Einschnitt und Anlass, Bilanz zu ziehen“, sagte das Gemeindeoberhaupt im Hinblick auf die Finanzen der Gemeinde, die es laut Jungmann aufgrund der Ressourcen erlauben zu handeln.

Ein Schwerpunkt des Handelns bestehe hinsichtlich des demografischen Wandels, in diesem Zusammenhang habe die Gemeinde in Erzingen sowie in Grießen Bauplätze – „wenn auch nicht gerade sehr günstig“ – für junge Familien geschaffen. Jungmann erinnerte an die Betreuungseinrichtungen wie Kita und Ganztagsschule. Er bat die Eltern, auch die Gemeinschaftsschule als Bildungseinrichtung der Zukunft mit „kurzen Wegen für die Kinder“ vor Ort zu nutzen. Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans sieht Jungmann als wichtige Zukunftsinvestition, obgleich die Landesregierung restriktive Ansichten hinsichtlich der Neuausweisung von Baugebieten habe.

Mit Freuden erwähnte der Bürgermeister die in diesem Jahr bevorstehenden Feierlichkeiten der Jumelage mit der französischen Partnergemeinde Clisson und dem italienischen Sanza: „Wir haben es geschafft, 70 Jahre Frieden zu halten und einander kennenzulernen.“ Im Sommer findet das Fest für die 40-jährige Partnerschaft mit Clisson und der zehnjährigen mit Sanza statt.

Mit dem Datum des 6. Januars erinnerte Jungmann an den Besuch der Heiligen Drei Könige und schlug damit einen Bogen zu den Flüchtlingen, die auch in Klettgau im Laufe des Jahres ankommen werden. „Das besondere Gut des Asyls und des Asylverfahrens darf nicht ausgehöhlt werden, um damit gewissen Kreisen und Rattenfängern falsche Argumente in die Hand zu geben“, forderte der Klettgauer Bürgermeister.

Jungmann appellierte an die Bürger, sich für die Schutzsuchenden zu engagieren, damit die Gemeinde die Aufgaben bewältigen kann. „Dies bedeutet aber auch in aller Deutlichkeit, dass unsere Werte, Werte, die wir über Jahrhunderte erreicht haben, Gültigkeit haben für die Leute, die zu uns kommen. Wir können nicht hinter Werte zurückgehen!“, betonte Jungmann. Er ergänzte: „Für uns muss klar sein, dass wir unsere Werte als unverrückbar bezeichnen und alle, die zu uns kommen, müssen sich diesen Werten der Demokratie unterordnen.“ Jungmann betonte, dass er dies gemeinsam mit dem Klettgauer Helferkreis und professionellen Personen vermitteln wolle. „Insbesondere ist es unser Ziel, den Menschen die deutsche Sprache zu vermitteln, denn dies ist die Basis für Verständigung und Verstehen.

Bei Übertretungen unserer geltenden Gesetze müssen wir deutlich und klar handeln, damit die rechtsstaatlichen Werte erhalten bleiben. Dafür setze ich mich ein“, so der Klettgauer Bürgermeister.

Wie jedes Jahr wurden beim Neujahrsempfang zahlreiche Klettgauer Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Annerose Vorwald und Ingrid Ritzmann für ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Gemeindebücherei, Brigitte Wiese und Patrick Siebler für ihr künstlerisches Wirken als Komödienautoren und Schauspieler, Martin Stoll als Vorsitzender der Winzergenossenschaft für das Wirken in der Brauchtumspflege, Hubert Hartmann und Oswald Binkert für ihr Engagement bei der Erfassung der Kleindenkmäler und steinzeitlicher Funde sowie die Familie Verones-Indlekofer für die Initiative hinsichtlich des Wochen- und Weihnachtsmarktes.