Gerade einmal 22 Tage im Amt, musste sich Klettgaus neuer Bürgermeister Ozan Topcuogullari am schmutzige Dunschtig bereits wieder der närrischen Macht geschlagen geben. Mit Pauken und Trompeten eroberte die Erzinger Narrenzunft Rebfüdle, unterstützt von der Plauschmusik und den Lättä-Bombern aus Rechberg das Rathaus und entmachtete Bürgermeister samt seinem Gefolge.

Es nützte nichts, dass sich das Rathausteam gemäß seinem Motto „Wilder Westen“ schwer bewaffnet hatte – der Rathausschlüssel triumphierend schwenkend befahl Rebfüdle-Chefs Jens Griesser. „Jetzt ist Schluss mit dem Regieren, Beraten und Arbeit an andere delegieren.“. Das Rathausteam fand sich wieder im Narrenschlepptau und dort in guter Gesellschaft des Lehrerkollegiums der Werkrealschule, die von den Narren bereits geschlossen wurde. Im großen Zug gings Richtung Grundschule, wo die jüngsten Schüler ihre Befreiung herbeisehnten. Anschließend wurde es für einige Bürger der Gemeinde Bitterernst, denn nach Gesangs-und Tanzeinlagen der örtlichen Schulen tage das Rebfüdle-Narrengericht in der Gemeindehalle. Unerbittlich wurde angeklagt und verurteilt. Unter anderem musste sich Grundschulrektorin Susanne Göbelbecker wegen fortgesetzter sexueller Diskriminierung verantworten, weil sie nach Ansicht des Narrengerichts jegliche Quote ignoriert und keine Männer im Kollegium duldet.

Als wahrer Held durfte Grundschulhausmeister Erhard Heide das strenge Gericht verlassen. Er wurde vom Vorwurf der Unterschlagung freigesprochen, weil das Gericht den frischgebackenen Ruheständler die Freiheit von den Amazonen der Grundschule von Herzen gönnte. Hervorragend geschlagen hat sich Bürgermeister Topcuogullari, der erstmal vor dem Narrenrichter stand. Um keine Antwort verlegen stellte er sich der Anklage der von langer Hand geplanten Machtübernahme durch den Kauf des Geißlinger Rathauses, gestand aber freimütig, „ Ich hatte mir unter einem Narrengericht eine feine Mahlzeit vorgestellt. Hätte ich gewusst, was mich hier erwartet, dann hätte ich meinen Stellvertreter geschickt. Seine Strafe sühnte er sofort, indem er noch auf der Bühne dem närrischen Publikum in alter Schulmeistermanier die korrekte Aussprache seines Namens beibrachte.