Der Grießener Schwarzbach führt an einigen Stellen nur noch wenig Wasser, ist teilweise sogar völlig ausgetrocknet. Ohne baldigen Regen droht ein Fisch- und Krebssterben. "Ich will, dass endlich etwas getan wird", sagt Rainer Dieterle und fordert zu schnellem Handeln auf.

"In ein paar Tagen ist es hier vorbei!"

Der Rentner und Hobbyangler ist besorgt. "In ein paar Tagen ist es hier vorbei, wenn nicht etwas getan wird." Beim Landratsamt habe er bisher nichts erreicht.

Es müsste nach Ansicht des Grießeners frisches Wasser zugeführt oder aber abgefischt und umgesiedelt werden. 2003 habe es schon einmal einen ähnlich heißen Sommer gegeben. Damals habe man nach Angaben des Rentners mithilfe der Feuerwehr Wasser zugeführt.

Der Schwarzbach bei Grießen führt wie viele andere Gewässer der Region nur noch wenig Wasser.
Der Schwarzbach bei Grießen führt wie viele andere Gewässer der Region nur noch wenig Wasser. | Bild: Johannes Renner

Nach Schätzungen des Grießener Anwohners ist das Wasser des Schwarzbaches derzeit um die 28 Grad warm, was für Fische zur Gefahr wird. "Es wurde in den letzten Jahren viel für Hochwasserschutz getan, aber wenig um das Autrocknen von Bächen zu verhindern", beklagt der 71-Jährige. In solchen Extremfällen sollte man auch die Zuführung von Trinkwasser in Erwägung ziehen, so Rainer Dieterle.

Sofortmaßnahmen werden geprüft

Das Landratsamt räumt auf Nachfrage die prekäre Situation ein. "Die Wasserführung der Gewässer und damit die fisch- und gewässerökologischen Verhältnisse stellen sich im Vergleich zum Vorjahr (2017) deutlich schlechter dar. Die extremen Verhältnisse aus dem Jahr 2003 werden überwiegend (noch) nicht erreicht", so die schriftliche Antwort.

Konkret auf den Schwarzbach in Grießen bezogen antwortet das Landratsamt am Mittwoch: "Inwieweit hier Sofortmaßnahmen durch Zupumpen von Wasser bzw. Abfischen ergriffen werden, wird mit der Gemeinde Klettgau sowie den Fischpächtern geprüft."

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Auf gestrige Nachfrage erklärt das Landratsamt, es sei in Kontakt mit der Fischereiaufsicht und der Gemeinde. Konkrete Handlungen zur Lösung des Problems seien aber de fakto noch nicht vereinbart. "Es wird bald eine Pressemitteilung zu dem Thema geben", so Michael Swientek vom Amt für Kultur, Archivwesen und Öffentlichkeitsarbeit.

Umweltverbände zeigen sich alarmiert

Auch die Umweltverbände sind alarmiert. Hauke Schneider vom Nabu Waldshut sieht die Gefahren der Erwärmung. "Die Fischpopulation wird mit dem Sauerstoff zu kämpfen haben. Kalte Hinterwasser und sauerstoffanreichernde Wirbel in Flüssen und Bächen müssen bei Planungen noch mehr umgesetzt werden."

Yonca Thurner vom BUND Waldshut-Tiengen verweist auf den Klimawandel und das Ziel die Erwärmung der Atmosphäre unter zwei Grad zu halten. "Alle Tiere, die mit der Umgestaltung der Agrarlandschaft, der Flurbereinigung und dem Pestizideinsatz ihren Lebensraum verloren haben, leiden besonders unter der Trockenheit."