Mitarbeiter der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) kontrollierten am Samstagnachmittag am Grenzübergang Trasadingen zwei kroatische Staatsangehörige und deren vier minderjährige Kinder bei der Einreise in die Schweiz. Dies schreibt die Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein in einer Mitteilung.

Bei der Überprüfung stellten die Zöllner fest, dass die beiden 25 Jahre alten Eltern und deren neunjähriger Sohn im Schengener Informationssystem (SIS) von Deutschland ausgeschrieben sind. Die Personen wurden daraufhin an Beamte des Hauptzollamts Singen am Grenzübergang Erzingen übergeben.

Die Zöllner stellten außerdem fest, dass ein Beschluss eines Amtsgerichts vorliegt, der es den Kindseltern nicht gestattet, ihren Sohn außer Landes zu bringen. Der Neunjährige war zudem zur Ingewahrsamnahme ausgeschrieben.

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Unter Hinzuziehung der Bundespolizei wurden die Eltern über den Sachverhalt und das weitere Vorgehen informiert. Die Mutter flüchtete daraufhin mit ihrem Sohn aus dem Dienstgebäude.

Um den Jungen nicht zu gefährden, versuchten die Kräfte von Zoll und Bundespolizei zunächst verbal die Frau zu beruhigen, was allerdings ohne Erfolg blieb. Als die Frau wiederholt auf die befahrene Straße ging und ihren Sohn hinterher zog, griffen die Beamten ein, wobei sich ein Bundespolizist einen Finger brach.

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Es gelang den Beamten, Mutter und Sohn zu trennen. Beide blieben dabei unverletzt. Da die Frau in der Folge nach den Beamten schlug und trat, mussten ihr Handschellen angelegt werden.

Aufgrund des vorliegenden Beschlusses wurde der Neunjährige in die Obhut des Jugendamtes übergeben. Gegen die 25-jährige Mutter wurde ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Nach Abschluss der Maßnahmen reisten die Personen zurück nach Nordrhein-Westfalen.