Das erste Erzinger Winzerfest fand im Jahr 1958 statt, seitdem wird es Jahr um Jahr im September wiederholt. Demzufolge lautet das Thema des diesjährigen Festumzugs „Bewegendes aus 60 Jahren“. Das Umzugsthema wurde, wie seit Jahren schon, bei einem Zusammentreffen der Vertreter der Wagenbauer und Fußgruppen im Schnagsehüsli unter der Regie von Martina Merk und Heinz Peter Hierholzer festgelegt.

Umzug als Höhepunkt

Bei ihnen laufen die Fäden zusammen. Martina Merk und Heinz Peter Hierholzer sind die Anlaufstelle für die Wagenbauer und Fußgruppen, die von Freundes- und Nachbarschaftskreisen oder Institutionen, wie Kindergärten, geschaffen werden. Sie alle beteiligen sich mit großem Aufwand beim Umzug am Festsonntag. Er ist der große Höhepunkt des Winzerfests, zu dem wahre Besucherscharen aus der ganzen Umgebung nach Erzingen kommen. Die farbenprächtigen Festwagen und die fantasievollen Fußgruppen, zwischen den verschiedenen Musikkapellen und Trachtengruppen, sind beim Erzinger Umzug nicht mehr wegzudenken.

Alte Hasen reservieren sich Blumen

Unzählige Blumen in allen Farben, Formen und Größen werden für die großen Motivwagen gebraucht. Erfahrene Wagenbauer haben sie schon im vergangenen Jahr bei den Gartenbesitzern in der ganzen Erzinger Umgebung reserviert. Noch dauert es ein Weilchen bis zum September, erst nach den Sommerferien legen die Wagenbauer in ihren Scheunen und Garagen richtig los.

Anlässlich des 60. Erzinger Winzerfestes erhielt der Müller-Thurgau ein besonderes Etikett.
Anlässlich des 60. Erzinger Winzerfestes erhielt der Müller-Thurgau ein besonderes Etikett. | Bild: Eva Baumgartner

Die Winzergenossenschaft, die für das Winzerfest verantwortlich zeichnet, hat zum 60. Jahr des größten Erzinger Fests eigens ein neues Etikett für den Müller-Thurgau-Wein in Auftrag gegeben: auf grünem Untergrund prangt die Zahl „60“. Neben all der Vorfreude auf das Fest, deuten auch die Vorzeichen auf eine gute Weinlese hin.

Gute Aussichten für die Weinlese

Genossenschaftswinzer und Vorsitzender Martin Stoll ist begeistert, wenn er in die Weinberge geht. „Es ist eine große Freude, den herrlichen Austrieb der Rebstöcke in diesem Frühjahr zu sehen.“ Die schlimmen Frühjahrsfröste und der große Hagelschaden im vergangenen Jahr sind noch in frischer Erinnerung. Umso größer ist die Erleichterung über den derzeitigen guten Zustand der Reben, der auf eine gute Weinlese hoffen lässt – auch wenn gewitterbedingte Hagelschäden nach wie vor möglich sind. Die Rebenblüte steht jetzt bevor, ein Spaziergang durch die Weinberge ist dann eindrucksvoll.