„Nehmen Sie die Freude, das Geschenk dieses Konzertes mit“, forderte der Gastgeber Pfarrer Thomas Mitzkus die Konzertbesucher in der Grießener Pfarrkirche St. Peter und Paul auf. Ein Angebot, das die zahlreichen Besucher allzu gerne annahmen. Das Konzert des Akkordeonorchesters Klettgau war, im Nachhinein betrachtet, wirklich ein Geschenk, das dem verregneten, stürmischen Sonntagabend ein glückliches Ende bescherte.

Überraschende Vielseitigkeit

Klassische und moderne Literatur führte das Orchester unter der Leitung von Martina Vitacca auf. Dabei stellten die Musiker einmal mehr die überraschende Vielseitigkeit des Akkordeons heraus. Durch das abwechslungsreiche Programm des Konzerts führte wie gewohnt Sonja Fritsch.

Karin Eichmann meisterte ihr Konzertsolo mit Bravour.
Karin Eichmann meisterte ihr Konzertsolo mit Bravour. | Bild: Eva Baumgartner

Mit den herrlichen Klängen aus der Wassermusik, daraus „Air and Hornpipe“ von Georg Friedrich Händel, eröffnete das Orchester das Konzert und erfüllte den großen Kirchenraum mit imposanten, barocken Klängen. Nach Robert Schumanns poetischer „Träumerei“ aus dem Klavierzyklus „Kinderszenen“, auch am Akkordeon ein beeindruckendes Wechselbad der Gefühle, wurden die Konzertbesucher mit der „Paukenschlag Symphonie“ von Joseph Haydn, arrangiert von Josef Retter, im wahrsten Sinne des Wortes aus den Träumen gerissen – zweifelsohne eines der großen Glanzlichter des Konzerts. Nicht minder eindrücklich war „Chiquilin de Bachin“, ein schöner, wehmütig stimmender Tango von Astor Piazzolla, der mit der Solistin Karin Eichmann aufgeführt wurde.

Auch Pop mit dabei

Die zweite Konzerthälfte begann mit „Adagio – Albinoni goes Classic Pop“. Das Stück basiert auf sechs Musiktakten des Komponisten Tomaso Albinoni, die nach dem Krieg in den Trümmern von Dresden gefunden wurden. Sie wurden poppig aufgepeppt, was das ruhige Sitzen in der Kirchenbank mühsam machte. Dies war ein weiteres Glanzlicht des Abends. Ein Werk von Gottfried Hummel, eine Größe der Akkordeonmusik, durfte nicht fehlen. Zu seiner modernen Toccata „Showdown“ setzte das bekannte Liebeslied „You Raise Me Up“ von Rolf Lovland einen etwas ungewöhnlichen Kontrapunkt.

Russische Seele

Die berühmte große russische Seele hielt danach Einzug mit „Lara’s Theme“, der Titelmelodie des Kinohits „Doktor Schiwago“. So gesehen, war die fröhliche „Petersburger Schlittenfahrt“ von Richard Eilenberg wieder ein Stimmungsaufheller für die Zuhörer und eigentlich das Konzertende. Doch die Besucher wollten noch nicht gehen. Zwei Zugaben wurden deshalb prompt geliefert, genauso wie der verdiente rauschende Applaus für ein tolles Konzert. Die drei Musiker Raphael Stoll, Selina Lass und Julia Duttlinger hatten dabei ihr Debüt im großen Orchester.