Alle wahlberechtigten Klettgauer werden am kommenden Sonntag zur Urne gerufen. Sie müssen mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“ über die Frage abstimmen, ob die Gemeinde Klettgau die planungsrechtlichen Grundlagen für das Projekt "Motorsportanlage mit Hotel und Nebenanlagen" in der Gemeinde schaffen soll.

Schweizer Investor möchte Motorsportanlage bauen

Kaum ein kommunalpolitisches Thema hat in den vergangenen Monaten die Gemüter derart bewegt, wie die Pläne eines Schweizer Investors, der mit seinen ambitionierten Projekt in Klettgau eine Motorsportanlage bauen will. Sein Konzept sieht vor, auf einer Fläche von zehn Hektar Land eine Rennstrecke für Karts, weitere Rennstrecken für Motocross- und Supermoto-Motorräder sowie eine Zuschauertribüne entlang der Rennstrecke zu bauen. Die Anlage soll täglich in Betrieb sein.

Auch ein Hotel soll entstehen

Dazu plant er ein Hotel mit Fitness-, Sauna- und Wellness-Bereich mit Innen- und Außenpool sowie ein Restaurant. Insgesamt sollen 400 Parkplätze zur Verfügung stehen. Die asphaltierte Fläche wird mit drei Hektar angegeben. Die Anlage soll für den Schweizer Grand Prix bei Weltmeisterschaftskämpfen dienen. Der Investor rechnet deshalb bei WM-Läufen mit Tausenden von Besuchern.

Gegner gleich in der ersten Sitzung

Gleich zur ersten Sitzung, als die Anfrage des Schweizer Investors auf der Agenda des Gemeinderats stand, meldeten sich die Gegner zu Wort. Carsten Herzog, Gesche Bosselmann und Claudia Güntert starteten sodann mit ihrer Unterschriftenliste das Bürgerbegehren und erwirkten so den nun stattfindenden Bürgerentscheid.

Weder Bauvoranfrage noch Bauantrag

Gleichwohl noch immer liegt weder eine Bauvoranfrage geschweige denn ein Bauantrag vor. Das Gremium signalisierte mehrheitlich lediglich dem Investor, dass er auf seine Kosten eine Planung in Angriff nehmen kann. Der Rat entschied sich dabei weder für noch gegen das Projekt.

Investor bleibt anonym

Die Person des Investors ist nur der Gemeindeverwaltung namentlich bekannt, da Bürgermeister Ozan Topcuogullari ihm Anonymität zusichern musste. Auch über den Standort kann bislang nur spekuliert werden.

Argumente von Gegnern und Befürwortern

Während die Gegner den Umweltschutz auf ihre Fahnen geschrieben haben, Argumente wie Flächenverbrauch und -versiegelung, Lärm, Emissionen und Ähnliches ins Feld führen, können die Befürworter der beantragten Motorsportanlage nur Positives abgewinnen. Der Erzinger Dieter Hartmann und seine Freunde (Inititiative Promo) werben auf ihrem Flyer, der an alle Haushalte verteilt wurde, um die Ja-Stimmen der Wähler. Vor allem versprechen sie sich einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Gemeinde, in der die traditionelle Industrie (Synteen, Eral Metall) weggebrochen ist. Arbeits- und Ausbildungsplätze, Verbesserung der Infrastruktur, zunehmender Tourismus, zusätzliche Freizeitangebote und Mehreinnahmen für die Gemeinde lauten ihre Argumente.

20-Prozent-Hürde

Letztlich entscheiden nun die Bürger am Sonntag. Die Mehrheit muss jedoch mindestens 20 Prozent aller Stimmberechtigen darstellen. Sollte das nicht erreicht werden, dann ist der Bürgerentscheid nicht rechtsgültig, dann wird die Entscheidung im Gemeinderat gefällt werden.

Bürgerbeteiligung

Der Bürgerentscheid „Motorsportanlage Klettgau Ja oder Nein“ findet am Sonntag, 3. Juni, statt. 5900 wahlberechtigte Klettgauer ab 16 Jahren können dann in den acht Wahlbezirken abstimmen. Mit dem Abstimmungsergebnis wird gegen 19.30 Uhr gerechnet. Es wird im Sitzungssaal des Rathauses in Erzingen bekannt gegeben.