Der Klettgauer Bürgerempfang stand in diesem Jahr zum letzten Mal unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Volker Jungmann, der am 31. Januar nach 16 Jahren aus dem Amt scheidet. Er hatte den Anlass vor 15 Jahren ins Leben gerufen, um auch Menschen in der Gemeinde hervorzuheben, die ohne Vereinsanbindung Besonderes leisten und sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren. In seiner Ansprache erinnerte er sich, wie gut besucht bereits die erste Ausgabe war, bei der auch schon eine Abordnung der Dorfmusik Rechberg für die musikalische Umrahmung sorgte.

"Esst heute Abend bitte nichts, sonst reicht es für die Gäste nicht", habe er damals zu den Musikanten gesagt. Als nachträglichen Dank übergab Jungmann bei seinem letzten Bürgerempfang den Musikanten einen längst fälligen Essenskorb. Jungmann fand aber nicht nur lobende Worte. Kritisch betrachtete er die Pressearbeit. Seiner Ansicht nach sei die Gemeinde Klettgau in vielen Bereichen nur noch eine Randnotiz gewesen. Jungmann betonte, dass im Klettgau der Bürgersinn trotz aller Unkenrufe noch funktioniere. Er erinnerte auch an die Zeit, als die ersten Flüchtlinge in den Ort kamen und der Staat in der Flüchtlingspolitik überfordert gewesen sei.

Jungmann betonte, dass ohne ehrenamtliches Engagement eine vernünftige Unterbringung und Betreuung nicht möglich gewesen wären. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch einige im Klettgau wohnhafte Flüchtlinge, die die Einladung der Gemeinde gerne angenommen hatten. Bevor Jungmann zu den Ehrungen kam, überreichte er dem Geschäftsführer der Sozialstation Klettgau-Rheintal, Christoph Siebler, einen Scheck über 200 000 Euro, den er als Beitrag zur Sicherung des Standortvorteils der Gemeinde Klettgau bezeichnete. "Dieser großzügige Standortbonus ermöglicht uns, unsere Erweiterung der Tagespflege bis Ende März fertig zu bekommen und ab Anfang März rund 50 Gäste in Grießen betreuen zu können", sagte Christoph Siebler in seiner Dankesrede.

Jungmann ehrte Einwohner für besondere Verdienste und überreichte Urkunden und Ehrenteller. Peter Weissenberger und Rolf Preiser bekamen diese Auszeichnung für ihren Einsatz für die Winzerkapelle, die als Wahrzeichen des Erzinger Kapellenbergs über dem Klettgautal thront. Peter Indlekofer wurde für die Bereitschaft, Fläche für ökologische Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen, ausgezeichnet. Der jüngste Ehrenträger war Denis Hierholzer, der die EDV und die Homepage der Gemeindebücherei pflegt. Roswitha und Heinrich Lachnit, Edeltraud Schiessel, Sylvia Rutschmann und Karin Stoll betreuen als Lesepaten Kinder der Grundschule. Friedrich Gebhard, Renate Wassmer, Cornelia Zühlke, Susanne Göbelbecker, Salvatore Vitacca und Andreas Tenhagen engagieren sich im Helferkreis für das Wohl der Flüchtlinge in Klettgau.

Beim Bürgerempfang gab aber nicht nur Ehrungen, sondern auch eine Weihnachtsverlosung des Gewerbevereins. Der Vorsitzende Andreas Bollinger verkündete mit sichtlichem Stolz, dass in diesem Jahr 20 000 Lose verteilt und rund 200 000 Punkte gesammelt wurden. Der kleine Jan Seemann zog die 40 Gewinner der Preise, die am Montag, 23. Januar, 17.30 Uhr in der Volksbank Erzingen verteilt werden. Den ersten Preis, ein Einkaufsgutschein im Wert von 800 Euro, gewann Regina Ebner aus Weisweil.