Selten wurde eine Gemeinderatsitzung von so vielen Bürgern mitverfolgt. Dies zeigt wie sehr der Breitbandausbau den Klettgauern auf den Nägeln brennt und viele brachten ihren Unmut über die Verzögerungen zum Ausdruck.

Unmut unter Bürgern

"Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Gemeinderat beim Breitbandausbau so lange herum eiert, womöglich sind wir jetzt zu spät dran und Fördermittel weg?" so die Frage eines Mannes aus Bühl, der lauten Applaus aus der Bürgerschaft erhielt. Bürgermeister Ozan Topcuogullari informierte, dass man durch die Verzögerung drei bis vier Monate verloren habe, "dadurch ist uns der IKZ-Zuschlag flöten gegangen." Er führte dazu aus, dass die anvisierte Zusammenarbeit mit Weilheim nicht mehr möglich ist, da diese Gemeinde bereits in diesen Tagen den Förderantrag einreichen wird. "Wir haben viel zuviel Zeit verloren, alle Gemeinden mit dem Betreibermodell im Landkreis sind weiter als Klettgau."

Zwei Klettgauerinnen forderten mit ihren Plakaten vom Gemeinderat eine schnelle Entscheidung in Sachen Breitbandausbau.
Zwei Klettgauerinnen forderten mit ihren Plakaten vom Gemeinderat eine schnelle Entscheidung in Sachen Breitbandausbau. | Bild: Eva Baumgartner

Patt bei den Vergaben

In der Sitzung im Januar lagen dem Gemeinderat noch drei Angebote vor, es kam jedoch durch eine Pattsituation, acht Ja- und acht Neinstimmen, bei drei Enthaltungen, zu keiner Entscheidung. Zwischenzeitlich hatte ein Ingenieurbüro aus Halle sein Angebot zurückgezogen, zur jüngsten Sitzung lagen nur noch je ein Angebot der Badenova und dem Höchenschwander Büro Gutmann auf dem Tisch und letzteres bekam einstimmig den Zuschlag. Dieses Ingenieurbüro betreut mit Klettgau nun 14 Gemeinden von insgesamt 32 Gemeinden im Landkreis.

Maximal 85 Prozent Zuschüsse

Dessen Vertreter Hardy Gutmann versicherte, sofort die Sache Klettgaus voranzutreiben und den Masterplan zu optimieren. "Wir werden alles versuchen, um die höchstmögliche Bezuschussung herauszuholen", versicherte er. Ohne den IKZ-Zuschlag könne Gemeinde jedoch nur allerhöchstens mit 83 bis 85 Prozent Bezuschussung rechnen. Eine Option sei vielleicht eine Interkommunale Zusammenarbeit mit dem Zweckverband darzustellen, darüber wisse man aber erst in sechs bis acht Wochen Bescheid. Für die Antragstellung brauche sein Büro drei Monate Zeit. Ganz wichtig und vorrangig seien jetzt die Bedarfsnachweise der Anschlüsse.