Klettgau Auf dem Burgstallhof in Weisweil erhalten Sportpferde eine zweite Chance

Der Burgstallhof in Weisweil beherbergt 14 frühere Turnierpferde. Der Verein SUST (Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz) kümmert sich schon seit längerem um die ehemaligen Sportpferde und war bei einem Arbeitseinsatz auf dem Anwesen.

Lautes Hämmern schallt vom Burgstallhof über die umliegenden Felder. Simone Manner von der schweizerischen „Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz“ (SUST) ist mit ihrem zwölfköpfigen Helferteam beim zweiten ganztägigen Arbeitseinsatz dabei, die Zäune zu erneuern. Auch soll ein neuer, doppelter Gang den Wallachen den direkten Zugang zur Weide ermöglichen. Der Burgstallhof bei Weisweil beherbergt 14 ehemalige Sportpferde. Anders als auf einem gewöhnlichen Gnadenhof werden diese Pferde regelmäßig beschäftigt und bewegt. Möglich macht dies der Verein „Zweites Leben für Sportpferde“.

„Ich habe soviel Unterstützung hier auf dem Burgstallhof, wie man heute auch sieht. Sogar meine Mutter Helga Giess ist mit ihren 74 Jahren immer voll dabei, sie organisiert das Essen. Ich kann mich auf meine Helfer verlassen, es funktioniert“, betont Petra Bruman. Simone Huber aus Stühlingen kommt zwei- bis dreimal pro Woche vorbei, um sich um die Pferde zu kümmern. „Und Natalie Gerlach ist die gute Seele des Hofes; wenn sie sagt, etwas sei kein Problem, dann ist das tatsächlich so.“

Viel Einsatzbereitschaft zeigte das Helferteam der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz mit der Einsatzleiterin Simone Manner (kniend, links). Beim Arbeitseinsatz konnten sie sich um Arbeiten kümmern, die nötig sind, aber den Rahmen der täglich zu verrichtenden Arbeit sprengen würden.Täglich kümmern sich die drei Gründerinnen des Vereins Zweites Leben für Sportpferde umd ihre 14 Schützlinge auf dem Burgstallhof in Weisweil: Natalie Friberg (links vom Pferd) sowie Petra Brumann (rechts vom Pferd) und Patricia Kern (nicht im Bild). Rechts daneben steht Natalie Gerlach, die gute Seele des Hofs.
Viel Einsatzbereitschaft zeigte das Helferteam der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz mit der Einsatzleiterin Simone Manner (kniend, links). Beim Arbeitseinsatz konnten sie sich um Arbeiten kümmern, die nötig sind, aber den Rahmen der täglich zu verrichtenden Arbeit sprengen würden.Täglich kümmern sich die drei Gründerinnen des Vereins Zweites Leben für Sportpferde umd ihre 14 Schützlinge auf dem Burgstallhof in Weisweil: Natalie Friberg (links vom Pferd) sowie Petra Brumann (rechts vom Pferd) und Patricia Kern (nicht im Bild). Rechts daneben steht Natalie Gerlach, die gute Seele des Hofs. | Bild: Yvonne Würth

Im dritten Jahr kann Vorstandsmitglied Natalie Friberg auf einige Erfolge zurückblicken: „Unsere ältesten Pferde Iten Son und Little Rhian sind 32 und 30 Jahre alt. Seit 25 Jahren sind sie ein Paar. Wir nennen sie nur Ömi und Öpi. Der Besitzer musste seinen Hof aufgeben und wusste nicht, wo er seine Pferde hingeben könne, jetzt sind sie schon seit über zwei Jahren bei uns und sie fühlen sich sichtlich wohl.“ Besonders wichtig ist für die früheren Sportpferde, dass sie nicht zusammenfallen. „Die ersten beiden Jahre brauchen sie noch fast gleich viel Kraftfutter wie während dem Sport, danach kann ein bisschen reduziert werden.

Wir würden uns freuen, wenn ein Futterlieferant uns sponsern würde. Die Pferde lieben die Aufmerksamkeit, haben sich daran gewöhnt, auch an das Adrenalin. Gerade das tägliche Putzen und Bewegen lieben sie“, erzählt die Osteophatin Natalie Friberg und betont: „Zirkuslektionen nehmen die Langeweile.“ Freiwillige können nach Anmeldung vorbeikommen und die Pferde spazierenführen oder auch reiten.

Ömi und Öpi werden die beiden ältesten Pferde auf dem Burgstallhof in Weisweil liebevoll genannt. Mit 32 und 30 Jahren hat das Paar ein beachtliches Alter erreicht. Dass sie ihren Lebensabend bis zum Schluss noch möglichst fit erleben können, dafür sorgt der Verein Zweites Leben für Sportpferde. Unterstützt wurde der Verein nun für einen Arbeitseinsatz von der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz.
Ömi und Öpi werden die beiden ältesten Pferde auf dem Burgstallhof in Weisweil liebevoll genannt. Mit 32 und 30 Jahren hat das Paar ein beachtliches Alter erreicht. Dass sie ihren Lebensabend bis zum Schluss noch möglichst fit erleben können, dafür sorgt der Verein Zweites Leben für Sportpferde. Unterstützt wurde der Verein nun für einen Arbeitseinsatz von der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz. | Bild: Yvonne Würth

Der Rundgang vor dem Arbeitseinsatz durch das Gelände führt durch den Stall. Natalie und Petra kennen ihre Schützlinge mit all ihren Stärken und Schwächen: „Wir machen Macken zu Stärken. Pferd Remedial hat zuvor ins Gesicht gebissen; wir haben geschafft, aus dem Beißen ein Küssen zu machen.“ Natalie Friberg erläutert die Eigenschaften ihrer Schützlinge und worauf zu achten ist beim Umgang mit ihnen: „Wir haben bereits 'hoffnungslose Fälle' gehabt, die mittlerweile ganz umgänglich sind.“ Abwechselnd erläutern Natalie Friberg und „Stallengel“ Natalie Gerlach ihren Helferinnen, was an diesem Tag alles erledigt werden soll. Das SUST-Team leistet bereits den zweiten ehrenamtlichen Arbeitseinsatz auf dem Burgstallhof. Beim Versorgen der 180 Strohballen kurz vor dem Mittagessen ist man gehörig ins Schwitzen gekommen. Am Abend sind alle Gerätschaften verstaut, die Zäune fertig, und die Pferde werden herausgeführt, wo sie toben und genießen können.

Viel Einsatzbereitschaft zeigte das Helferteam der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz mit der Einsatzleiterin Simone Manner (kniend, links). Beim Arbeitseinsatz konnten sie sich um Arbeiten kümmern, die nötig sind, aber den Rahmen der täglich zu verrichtenden Arbeit sprengen würden.Täglich kümmern sich die drei Gründerinnen des Vereins Zweites Leben für Sportpferde umd ihre 14 Schützlinge auf dem Burgstallhof in Weisweil: Natalie Friberg (links vom Pferd) sowie Petra Brumann (rechts vom Pferd) und Patricia Kern (nicht im Bild). Rechts daneben steht Natalie Gerlach, die gute Seele des Hofs.
Viel Einsatzbereitschaft zeigte das Helferteam der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz mit der Einsatzleiterin Simone Manner (kniend, links). Beim Arbeitseinsatz konnten sie sich um Arbeiten kümmern, die nötig sind, aber den Rahmen der täglich zu verrichtenden Arbeit sprengen würden.Täglich kümmern sich die drei Gründerinnen des Vereins Zweites Leben für Sportpferde umd ihre 14 Schützlinge auf dem Burgstallhof in Weisweil: Natalie Friberg (links vom Pferd) sowie Petra Brumann (rechts vom Pferd) und Patricia Kern (nicht im Bild). Rechts daneben steht Natalie Gerlach, die gute Seele des Hofs. | Bild: Yvonne Würth

Verein

Die drei Vereinsgründerinnen Natalie Friberg, Petra Bruman und Patricia Kern des Vereins Zweites Leben für Sportpferde setzen sich dafür ein, dass das Leben nach dem Spitzensport weder für Besitzer noch für das Pferd zur Tragödie wird. Sie coachen und bilden sowohl Pferdebesitzer als auch ehemalige Sportpferde aus. Natalie und Petra sind Pferde-Osteopathen, Petra wohnt auf dem Burgstallhof. Die Vorsitzende Patricia arbeitet im Finanzsektor. Finanzielle und zweckgebundene Unterstützung sowie Sachspenden und Sportpferde-Patenschaften sind gerne erwünscht. Die monatlichen Patenschaftstreffen mit Spielen, Training, Spaziergang und Kuchenpausen finden immer mehr Anklang. Regelmäßig werden Kurse wie Pferdetaping, Zirkuslektionen oder Stress- und Traumabewältigung für Tiere angeboten.

Infos im Internet: www.zweites-leben-fuer-sportpferde.ch

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