Erzingen – Über das Pfingstwochenende von Samstag,
4. Juni, bis Montag, 6. Juni, feiert Erzingen sein 1150-jähriges Bestehen. Passend zum Jubiläum verwandelt sich das Gelände rund um die Realschule zu einem Mittelalterspektakel mit Gauklern, Märchenerzählern und vielen weiteren Attraktionen. „Ein Mittelalterfest ist genau das richtige Ambiente, um die Vergangenheit wieder ein wenig aufleben zu lassen“, so der Bürgermeister Ozan Topcuogullari.

Bild 1: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort

Eine Reise zurück ins Mittelalter könne dabei gleichzeitig genutzt werden, um mehr über die Heimatgeschichte und ihre Menschen zu erfahren. Der Historiker und Alt-Bürgermeister Hubert Roth hat die Geschichte von Erzingen und der Gemeinde Klettgau in mehreren Werken aufgearbeitet. Dass sich Kelten und später auch die Römer nach ihrer Expansion in Südwestdeutschland ab dem
1. Jahrhundert im Klettgau niederließen, führt er zurück auf klimatische Bedingungen und fruchtbare Böden: „Das von Wald eingesäumte Klettgautal war mit seinen fruchtbaren Böden für den Ackerbau ideal geeignet und die sonnigen Südhänge boten für den bis dahin dort unbekannten Rebbau gute Bedingungen.“ Mit dem Fall der Römischen Außengrenze, auch Limes genannt, ging das Land an die Alemannen.

Bild 2: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort

Zum Rebbau, der auch heute im Winzerdorf noch eine große Rolle spielt, fanden die Menschen allerdings erst wieder im Zuge der Christianisierung zurück. „Es dauerte noch Jahrhunderte, bis die hier eingedrungenen Alemannen unter der Anleitung des Klosters Rheinau überhaupt Weinbau betrieben“, betont Hubert Roth.

Bild 3: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort

Die Bevölkerung, die laut dem Alt-Bürgermeister, auch in Erzingen zumeist bäuerlich geprägt war, müsse dabei immer in Verbindung mit ihren Grundherren betrachtet werden – zu dieser Zeit das Kloster Rheinau. Höhere Forderungen, in Form des Zehnten, führten in den Jahren 1523 bis 1525 schließlich zum Bauernkrieg, der in Stühlingen seinen Beginn und in einer blutigen Schlacht in Grießen sein Ende nahm.

Bild 4: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort

Weitere Kriege wie der Schweizer-Schwabenkrieg von 1499 und der von 1618 bis 1648 stattfindende Dreißigjährige Krieg brachten „für Erzingen erneut viel Leid und Not“. Erst mit der einsetzenden Industrialisierung wandelte sich das landwirtschaftlich geprägte Dorf durch die Ansiedlung der Stehli und der Erzinger Ziegelwerke. Doch auch die zwei Weltkriege haben in Erzingen tiefe Spuren hinterlassen, die erst ab den 50er-Jahren wirtschaftlich und kommunalpolitisch abgefedert wurden.

Bild 5: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort

Darum lieben wir Erzingen

Erzingen (vam) Das einstige Bauerndorf Erzingen hat sich zu einer Arbeits- und Wohngemeinde gewandelt. Die Winzergemeinde bietet trotz Strukturwandel immer noch eine ländliche Idylle, in der es sich gut leben lässt. Der hier angebaute Wein hat seinen Namen „Erzinger Kapellenberg“ von der Bergkapelle abgeleitet, die weithin sichtbar über dem bis 500 Meter hoch liegenden Rebberg grüßt. Die Fastnacht und das Winzerfest prägen die Dorfgemeinschaft in Erzingen schon seit Jahrzehnten. Doch alles steht und fällt mit dem Engagement jedes einzelnen Bürgers – sei es in den Vereinen, durch ihren Beruf oder die Pflege von nachbarschaftlichen Beziehungen. Auch strukturelle Großprojekte wie der Ausbau des Schulstandortes oder die Schaffung neuer Bauplätze machen das Leben im Klettgauer Ortsteil attraktiver. Wir haben mit vier Menschen aus Erzingen gesprochen, die neben vielen anderen, die Vergangenheit prägten und die Zukunft mitbestimmen.

Bild 6: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort
  • Chiara Malter: „Ich liebe Erzingen, weil die vielen Vereine eine tolle Gemeinschaft bilden. Nicht nur der generelle Vereinsbetrieb, sondern auch die gemeinsamen Festivitäten sind ein Teil davon. Die Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und unser guter Wein verlockt mit einem Gläschen dort zu verweilen.“
  • Ingrid Just: „Ich liebe Erzingen, weil wir hier alle Geschäfte haben, die für den täglichen Gebrauch benötigt werden. Ob der Bahnhof, Lebensmittelgeschäfte oder die Banken; mit dem Fahrrad oder zu Fuß ist alles gut zu erreichen. Außerdem haben wir ein wunderschönes und sehr gepflegtes Schwimmbad, das ich regelmäßig nutze.“
  • Joachim Netzhammer: „Ich liebe Erzingen, weil wir umgeben sind von einer wunderschönen Landschaft, die zu Spaziergängen und Fahrradtouren einlädt. In unserer Freizeit genießen wir die Ausflüge zu den spannenden umliegenden Dörfern.“
  • Patrizia Buccoliero: „Ich liebe Erzingen, weil hier mein Zuhause ist. Ich habe mir hier eine Existenz aufgebaut und kann tagtäglich meinen Traumberuf ausüben. Außerdem lerne ich dadurch viele neue Gesichter kennen und komme mit vielen Leuten ins Gespräch.“
Bild 7: 1150 Jahre Erzingen: Geschichtsträchtiger Ort
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