Der Gemeinderat hat bereits im März entschieden, für die am 26. September stattfindende Bürgermeisterwahl eine Vorstellung der Kandidaten zu ermöglichen. Eröffnet durch die amtierende Bürgermeisterin Ira Schelling, die gleichzeitig auch Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses ist, fand nun die erste von zwei Veranstaltungen im Gemeindehaus Jestetten statt. Nahezu alle Plätze waren mit interessierten Bürgern der verschiedensten Altersgruppen belegt. Zudem wurde von der Gemeinde die Möglichkeit geboten, die Veranstaltung per Livestream von zu Hause aus zu verfolgen.

Von den offiziell zugelassenen vier Kandidaten nutzten Dominic Böhler und Markus Glattfelder, beide in Dettighofen wohnhaft, die Chance, sich vorzustellen und anschließend die Fragen der Bevölkerung zu beantworten. Die Kandidaten Rüdiger Widmann und Samuel Speitelsbach hatten sich zuvor schriftlich abgemeldet.

Im Anschluss an die Einzelvorstellung fand eine gemeinsame Fragerunde statt. Themen wie bezahlbarer Wohnraum, Breitbandausbau und eine gute Schulbildung wurden von den Anwesenden angesprochen.
Im Anschluss an die Einzelvorstellung fand eine gemeinsame Fragerunde statt. Themen wie bezahlbarer Wohnraum, Breitbandausbau und eine gute Schulbildung wurden von den Anwesenden angesprochen. | Bild: Tina Prause

Jeweils 15 Minuten hatte jeder der beiden Kandidaten, um die Anwesenden über sein Wissen und die Beweggründe, sich für die Position als Bürgermeister zu bewerben, zu informieren. Im Anschluss an die jeweilige Rede folgte eine Fragerunde, die von den Anwesenden rege genutzt wurde. Besonders von Interesse schien für die Bürger das von beiden Kandidaten angesprochene Thema sozialverträglicher Wohnraum. Speziell wurde hier von den Bürgern der Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen für Familien dargestellt. Beide Kandidaten waren sich einig, dass hier ein möglicher Lösungsansatz direkte Gespräche mit Investoren wären, um so entsprechenden Wohnraum zu schaffen. Auch die Kontaktaufnahme mit Inhabern von leer stehenden Immobilien seien vorstellbar.

Markus Glattfelder (links) und Dominic Böhler, beide aus Dettighofen und beide im dortigen Gemeinderat, bewerben sich um den Posten des Bürgermeisters von Jestetten und Altenburg.
Markus Glattfelder (links) und Dominic Böhler, beide aus Dettighofen und beide im dortigen Gemeinderat, bewerben sich um den Posten des Bürgermeisters von Jestetten und Altenburg. | Bild: Tina Prause

Neben einigen weiteren Themen wie Breitbandausbau, Bildungsangebote oder den Ausbau der Ärzteversorgung, sprachen die Besucher der Veranstaltung den Wunsch nach der Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen sowie einer damit verbundenen Geschwindigkeitsüberwachung an und fragten nach Ideen zum Erhalt und Ausbau der Infrastruktur in Jestetten. Dies sei vor allem interessant, da in naher Zukunft vier Einzelhandelsgeschäfte in Jestetten schließen werden, merkte eine Besucherin an. Dominic Böhler und Markus Glattfelder sahen hier als einen wichtigen Schritt an, auf die Gemeinde und die dort liegenden Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für die Gewerbegebiete wäre dies wichtig.

Die Kandidaten

  • Dominic Böhler (37) ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er tritt als parteiloser und unabhängiger Bewerber bei der Bürgermeisterwahl in Jestetten an. Der Diplomverwaltungswirt (FH) ist seit 2009 Hauptamtsleiter der Gemeinde Lottstetten und seit 2019 Mitglied des Gemeinderats in Dettighofen. Auf seiner Internetseite (www.dominicboehler.de) sind weitere Informationen über den Kandidat zu finden.
  • Markus Glattfelder (55) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er tritt ebenfalls parteilos und unabhängig an. Der Diplom-Bauingenieur arbeitet seit 2018 in einem Ingenieurbüro und ist zudem freiberuflich beratend tätig. Seit 1999 ist er Mitglied im Gemeinderat Dettighofen, zudem seit 2014 Bürgermeisterstellvertreter. Weitere Informationen stehen auf seiner Internetseite (www.markusglattfelder.de).
  • Samuel Speitelsbach (34) wohnt in Ravenstein. Über den als sogenannten Dauerbewerber bekannten Kandidaten ist nicht viel bekannt. Im Frühjahr hatte er sich bereits in den Gemeinden Küssaberg, Eggingen, Herrischried und Kraichtal auf den Posten des Bürgermeisters beworben.
  • Rüdiger Widmann (64) ist aus Waiblingen bei Stuttgart. Er gilt ebenfalls als Dauerbewerber bei Bürgermeisterwahlen. Laut Medienberichten kandidiert er seit zehn Jahren in verschiedenen Kommunen in Baden-Württemberg. Weiter soll er als selbstständiger Kaufmann tätig sein und acht Monate Betriebswirtschaft studiert haben.