Die örtlichen Corona-Folgen waren eines der Themen des Sommergesprächs zwischen der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter und den Lottstetter Genossen.

Die Corona-Bilanz von Hotelier Axel Holzscheiter zeigt beispielhaft auf, wie tief die Pandemie in das örtliche Wirtschaftsleben eingegriffen hat. „Der Umsatz war im April und Mai um 95 Prozent eingebrochen, bereits bestehende Hotelbuchungen wurden bis in den September hinein in fünfstelliger Größenordnung storniert“, so Holzscheiter.

Der Gastronomiebetrieb war vollständig geschlossen worden. Nach der Grenzöffnung Mitte Juni, so Axel Holzscheiter mit Blick auf die aktuelle Situation, habe sich die Buchungslage im Hotel zwar wieder merklich verbessert, in der Gaststätte bleibe der Umsatz jedoch deutlich unter den Erwartungen. „Die Weiterbeschäftigung des Personals war nur mit den Corona-Hilfen und Kurzarbeitergeld möglich“, so der Gastronom.

In der Corona-Krise haben die Menschen in Lottstetten kriegsähnliche Erfahrungen gemacht. „Wie abgeschnitten“, sagen die Genossen, die zum Sommergepräch gekommen sind. Die Schweiz habe die geschlossene Grenze mit Drohnen kontrolliert.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete schilderte, wie sie nach der Schließung der Grenzen mit unzähligen Fragen konfrontiert wurde, von denen einige bis heute nicht abschließend beantwortet sind. Für die örtliche SPD bleibt vor allem unverständlich, dass an verschiedenen Außengrenzen verschiedener Bundesländer mit verschiedenen Maßstäben auf die Corona-Krise reagiert wurde.

Einig ist man sich, dass die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes die richtige Entscheidung ist, um die wirtschaftlichen Folgen von Corona weiter abzufedern. Gerade hier in der „abgeschnittenen Region“ habe es jeden irgendwie getroffen. Die örtlichen SPD-Mitglieder appellieren an Schwarzelühr-Sutter, dass es bei einer zweiten Welle keine vergleichbar rigorosen Maßnahmen mehr geben dürfe: „Eine zweite Grenzschließung verkraften wir nicht.“

Neben Fragen zur Energiepolitik und zur sozialen Gerechtigkeit kam dann noch das Thema auf, das Lottstetten bewegt, weil es das Mikroklima der Gemeinde sehr beeinflussen könnte. Der zweigleisige Ausbau der SBB mitten durch den Ort wirft Fragen auf. Entscheidens ist, wie die Bürger in Lottstetten besseren Schallschutz erhalten.

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