Im „Atelier Kammgarn West“ in der Schaffhauser Altstadt wurde die deutsch-schweizerische Karikaturenausstellung „Die lieben Nachbarn, Ich und Du – Du & Ich“ eröffnet.

Statt einer Vernissage gab es einen Medienrundgang mit Raphaël Rohner, Schaffhauser Stadtrat und Vorsitzender vom Fachausschuss Kultur und Freizeit, Susanna Heim, Leiterin Amt für Kultur im Landkreis Waldshut und dem bekannten Schweizer Karikaturist Silvan Wegmann. Die Ausstellung zeigt Werke von jeweils 23 Künstlern aus Deutschland und der Schweiz.

Die Macher der grenzüberschreitenden Schaffhauser Karikatur Ausstellung von links: Silvan Wegmann, Schweizer Karikaturist, Susanna Heim, Leiterin Amt für Kultur im Landkreis Waldshut und Raphaël Rohner, Schaffhauser Stadtrat und Vorsitzender vom Fachausschuss Kultur und Freizeit.
Die Macher der grenzüberschreitenden Schaffhauser Karikatur Ausstellung von links: Silvan Wegmann, Schweizer Karikaturist, Susanna Heim, Leiterin Amt für Kultur im Landkreis Waldshut und Raphaël Rohner, Schaffhauser Stadtrat und Vorsitzender vom Fachausschuss Kultur und Freizeit. | Bild: Thomas Güntert

Auf Initiative von Susanna Heim und Silvan Wegmann schrieb das Kulturamt des Landkreises Waldshut vor zwei Jahren in beiden Ländern den überregionalen Karikatur Wettbewerb „Die lieben Nachbarn: Fremd- und Selbstbild“ aus, woraufhin zahlreiche bissige, ironische und manchmal auch komische Arbeiten eingingen.

Bei einigen Bildern ist der Betrachter gefordert, die tiefsinnige Bedeutung zu erforschen.
Bei einigen Bildern ist der Betrachter gefordert, die tiefsinnige Bedeutung zu erforschen. | Bild: Thomas Güntert

Die Karikaturisten setzten dabei das Alltägliche der Menschen in der grenzüberschreitenden Region künstlerisch um und setzten Klischees wie den Schweizer Nationalstolz oder die deutsche Überheblichkeit gekonnt in Szene. Schweizer Perfektionisten und Autobahnraser wurden ebenso auf die Schippe genommen wie deutsche Steuerflüchtlinge oder der Knauseri, dem in der Schweiz alles zu teuer ist.

Die Künstler setzten das Thema Einkaufstourismus mehrfach gekonnt in Szene.
Die Künstler setzten das Thema Einkaufstourismus mehrfach gekonnt in Szene. | Bild: Thomas Güntert

Etwa ein Drittel der eingereichten Bilder, die vor der Corona-Pandemie entstanden, bezogen sich auf den Einkaufstourismus. „Bei der Grenzschließung im letzten Jahr wurde uns eindrücklich vor Augen geführt, wie verbunden wir miteinander sind“, sagte Rohner. „Als wir die Bilder über die Grenze nehmen wollten, spürten wir aber die EU-Außengrenze“, fügte Susanna Heim schmunzelnd hinzu.

Klischees wie die Schweizer Gemütlichkeit und die deutsche Überheblichkeit werden spitzfindig gegenüber gestellt.
Klischees wie die Schweizer Gemütlichkeit und die deutsche Überheblichkeit werden spitzfindig gegenüber gestellt. | Bild: Thomas Güntert

Eine sechsköpfige Jury mit Experten aus beiden Ländern kürten im letzten Jahr die drei besten Bilder des Wettbewerbs. Das Siegerbild „Kleiner Grenzverkehr“ von Felix Schaad aus Winterthur zeigt die Eglisauer Rheinbrücke, über die täglich über 20.000 Fahrzeuge mit Pendler aus dem deutschen Grenzgebiet zur Arbeit „Rhein und R(h)aus“ fahren. Das Bild hat im Büro vom Waldshuter Landrat Martin Kistler einen Ehrenplatz bekommen.

Zusammen mit weiteren eingereichten Werken und neuen Karikaturen zum Thema Corona wurde eine Ausstellung mit 60 Bildern zusammengestellt, die schon im Schloss Bonndorf und im Dreiländermuseum Lörrach präsentiert wurde.

„Das Schweizer Konsulat hat bereits Interesse für einen Teil der Sammlung für eine Ausstellung in Stuttgart bekundet“, sagte Heim. „Die Ausstellung ist eine Gelegenheit über sich selber, übereinander und gemeinsam über Eigenschaften und Besonderheiten zu lachen und dabei zu erkennen, dass viele Vorurteile und Eigenarten gegenseitig vorhanden sind“, sagte Rohner.