Die 46-jährige Katja Hanoldt ist den meisten Jestettern als Inhaberin des Fotostudios „Fotogen“ in der Hauptstraße von Jestetten bekannt, welches im Mai 2018 eröffnet wurde. Dort fertigt sie Passbilder und Portraits, Fotos für Familien und Firmen, ist aber auch ein Fan von Bildern mit natürlicher Umgebung und zeigt sich bei Aufträgen flexibel.

Kamerafrau Katja Hanoldt in ihrem Versteck für die Sendung „Verstehen Sie Spaß?“, aus dem sie heimlich filmt.
Kamerafrau Katja Hanoldt in ihrem Versteck für die Sendung „Verstehen Sie Spaß?“, aus dem sie heimlich filmt. | Bild: privat/Produktionsfirma

Den wenigsten Jestettern dürfte bekannt sein, dass es sich bei der zweifachen Mutter und gebürtigen Berlinerin um eine der wenigen Kamerafrauen im deutschsprachigen Raum handelt. Sie ist als freie Mitarbeiterin an Fernsehproduktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wie ARD und NDR, wie auch dem ORF und Tele Zürich im Hintergrund beteiligt. Unter anderem filmte sie auch für die ARD-Tageschau, die Tagesthemen und für Dokumentationen auf verschiedenen Bühnen.

Nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik und einer Ausbildung zur Industriekauffrau arbeitete sie zu einem späteren Zeitpunkt zunächst fünf Jahre als Kameraassistentin und war für den Ton und die Unterstützung der Kameramänner im Einsatz. Inspiriert wurde sie bei einem Rockkonzert in Hamburg, als sie eine Kamerafrau auf der Bühne bei ihrer Arbeit beobachtete und neugierig auf diese Tätigkeit wurde.

Dass sie einige Jahre später als Kamerafrau auf genau dieser Bühne stehen würde und ihrem Traumberuf nachgehen kann, erschloss sich ihr damals noch nicht. Seit dem Jahr 2008 wechselte Katja Hanoldt von der Kameraassistentin zur Kamerafrau und hat ihr gewünschtes Ziel somit erreicht.

Es sei eine Aufgabe in einem ungeschützten Beruf, welche in erster Linie Männern obliegt, so Katja Hanoldt. Dies vermutlich auch, weil die Kamera ein ordentliches Gewicht mit sich bringt, eine Affinität für Technik und Elektronik gefragt ist und das Handling mit dem schweren Arbeitsgerät eine ordentliche Herausforderung darstellt.

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Sie ist rund 60 Tage im Jahr für Dreharbeiten unterwegs und es gilt für sie, die Familie, das Geschäft und ihren Traumjob auf einen Nenner zu bekommen. Im Geschäft hat sie motivierte Mitarbeiterinnen, welche sie vertreten und die Familienorganisation klappt auch hervorragend. „Die Familie weiß, was mir die Dreharbeiten bedeuten, dass ich auch einmal dem Alltag entfliehen kann und sie unterstützt meine Vorhaben ganz toll“, so die Kamerafrau. Sie berichtet mit Stolz, dass sie einen Platz in einer Männerdomäne gefunden hat und es etwas Besonders ist, eine Kamerafrau zu sein. Die Tätigkeit mit ihren kreativen Aufgaben sieht sie als Lotteriegewinn an.

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Oft filmt sie in Gegenden, wo andere Menschen Urlaub machen, so Hanoldt. Das Team für die Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ ist eine feste Truppe und wird mit Lockvögeln, Schauspielern, Komparsen und eventuell weiteren Kameraleuten ergänzt. Die meisten gedrehten Filme findet die Kamerafrau selber sehr lustig und meint, dass die einfachsten Darstellungen beim Zuschauer oft am besten ankommen.

Während Handwerksarbeiten wurde der Firmenwagen des Handwerkers entfernt und durch ein 1:1-Modell aus Kunststoff ersetzt. Dieses Modell wurde in die Hauswand „montiert“.
Während Handwerksarbeiten wurde der Firmenwagen des Handwerkers entfernt und durch ein 1:1-Modell aus Kunststoff ersetzt. Dieses Modell wurde in die Hauswand „montiert“. | Bild: privat/Produktionsfirma

„Der Moderator Guido Cantz befindet sich nicht immer am Set. Er zeigt sich aber auch neben der Kamera so, wie er sich vor der Linse gibt und kennt alle Mitarbeiter des Produktionsteams mit Namen“, informiert sie. Als spannend stellen sich immer wieder die regelmäßigen Kontakte mit Promis heraus, welche nicht selten den persönlichen Kontakt zum Produktionsteam suchen.

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Auf die Verstecke der Kameraleute angesprochen, hält sie sich eher bedeckt. Nur soviel – manchmal kommen Tarnnetze, Kisten zum Einsatz und auch „unmögliche Verstecke“. Und die gefilmten Protagonisten wissen ja nichts von ihrem Glück und sind meistens mit der Situation genug gefordert, um an eine versteckte Kamera zu denken. Spannend sei immer wieder das extreme Gewusel am Drehort und auf einen Befehl sind alle Mitarbeiter vom Filmteam verschwunden, um aus ihren Verstecken zu agieren, meint Hanoldt lächelnd.

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Da sie ihre Aufgaben vom Regisseur über eine Sprechfunkanlage übermittelt bekommt, ist bei diesen Dreharbeiten ihre Kreativität nicht so gefordert, wie bei anderen Aufträgen. Jedoch schätzt sie das eingespielte Team und die Umstände der Aufnahmen sehr und möchte diese Aufgabe „so lange es geht“ wahrnehmen.

Abschließend wurde Katja Hanoldt gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, auch einmal Opfer der Sendung „Verstehen sie Spaß?“ werden zu können, obwohl ihr alle Tricks der Produktion bekannt sein müssten. Darauf entgegnete sie, dass der bekannte Lockvogel Olli, welcher bereits circa 30 Jahre für die Sendung tätig ist, dieses Jahr selber als „Opfer“ in die Falle des Teams geraten ist und bis zum Drehschluss absolut nichts von seinem Glück geahnt hatte. Somit wäre auch sie nicht vor solchen Aktionen gefeit.