Seit gut einem Jahr stand ein Todeskreuz an der B 27 zwischen Lottstetten und Jestetten. Diese liebevoll gestaltete Gedenkstätte wurde nun mutwillig zerstört.

Das mit Kabelbindern und Draht an der Leitplanke festgemachte Gedenkkreuz wurde vor zwei Wochen entwendet. Die Mutmaßung, dass das Kreuz für Mäharbeiten oder Instandsetzungsmaßnahmen abgenommen wurde, haben sich auf Nachfrage beim Straßenbauamt und der Gemeinde als nicht zutreffend erwiesen. Die Eltern der verstorbenen Motorradfahrerin sind fassungslos: „Warum tut man so etwas jemanden an. Was hat jemand davon?“, sind die Fragen, die sich die beiden immerzu stellen.

Zur Vorgeschichte: Es war der 1. Juni 2019. Vier Motorrad-Freunde waren nach einer ausgiebigen Schwarzwaldrundfahrt wohlbehalten nach Lottstetten zurückgekehrt. Ein schönes Abendessen sollte den gelungenen Tag abschließen. Doch die damals 28-jährige Karina Hilpert und ihr Bekannter Jürgen hatten noch nicht genug: Ein kurzer Trip nach Jestetten musste einfach noch sein – eine Ausfahrt, die tragisch enden sollte.

Fünffache Mutter stirbt bei Unfall

Die Unachtsamkeit einer Autofahrerin sollte den beiden zum Verhängnis werden. Diese übersah beim Linksabbiegen in die Wettegasse das Motorrad. Der Fahrer wurde dabei lebensgefährlich verletzt, und wurde erst vor wenigen Wochen aus dem Krankenhaus entlassen. Für die fünffache Mutter Karina Hilpert kam jede Hilfe zu spät. Sie verstarb am Unfallort.

Ein Schicksalsschlag für eine ganze Familie, von der sich insbesondere die Mutter Ramona Hilpert noch nicht erholt hat. Die in Wutöschingen wohnende Taxifahrerin und ihr Mann Wolfgang haben bis heute mit dem Folgen zu kämpfen.

„An Arbeiten war lange Zeit nicht zu denken, erst langsam gelang mir der Schritt zurück in die Normalität“, erzählt Ramona Hilpert. Die beiden kümmerten sich bereits seit der Geburt um die Enkel. Die heute zwölfjährigen Zwillinge sind bereits früh von den Großeltern adoptiert worden.

Die Errichtung des Gedenkkreuzes war ein wichtiger Teil der Trauerarbeit: „Ich hätte mir das früher nicht vorstellen können, aber das Kreuz hat mir bei meiner Trauer sehr geholfen. Ich fühle mich meinem Kind so nahe, und weiß dass Sie kurz vor diesem Augenblick noch glücklich war“, sagt Ramona Hilpert.

Hinweise auf Tat: Beobachtungen, die zur Wiederbeschaffung des Kreuzes führen könnten, bitten die Eltern bei der Gemeinde Lottstetten oder bei der Polizei zu melden.

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