Mit 3.676 Euro Überschuss schloss der Gemeindewald das Haushaltsjahr 2019 ab. Und dies trotz der besonders schwierigen Rahmenbedingungen. Eigentlich war erwartet worden, dass der Wald deutlich in die roten Zahlen rutscht, da alleine für die Wiederaufforstung mehr als 40.000 Euro zu Buche schlugen. Da der Laubholzmarkt im Gegensatz zum Nadelholzmarkt jedoch boomt, kam das der Gemeinde mit mehr als 70 Prozent Laubholz entgegen. Insgesamt lagen die Einnahmen im vergangenen Forstwirtschaftsjahr bei 228.182 Euro, die Ausgaben bei 224.505 Euro.

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Tom Drabinski, Nachfolger von Hans-Peter Barth und beim Kreisforstamt für die Reviere im östlichen Landkreis zuständig, erläuterte die allgemeine Situation. Demnach verschwindet die Fichte komplett aus der Weinbauregion. „Bis zur Mitte des Jahrhunderts gibt es im südlichen Landkreis keine Fichtenbestände mehr“, erklärte Drabinski.

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Doch auch andere Baumarten, wie die Weißtanne, die Buche oder die Kiefer hätten auf trockenen Standorten zu kämpfen. „Das Klima wird allmählich mediterraner und damit auch die Landschaft und der Wald„, prophezeite der Forstmann.

Die Jestetter Forstwirte Karlheinz Schaub, Peter Dötzel, Thomas Mathis, SImon Boll und Karlheinz Schaub im März 2009 beim Pflanzen der Libanonzedern.
Die Jestetter Forstwirte Karlheinz Schaub, Peter Dötzel, Thomas Mathis, SImon Boll und Karlheinz Schaub im März 2009 beim Pflanzen der Libanonzedern. | Bild: Ralf Göhrig

Doch der Jestetter Gemeindewald sei gut aufgestellt. „Sie haben nur noch 13 Prozent Fichte in ihrem Wald, die Eiche hingegen hat inzwischen wieder einen Anteil von 16 Prozent“, stellte er fest. Und dieser Anteil wird in den nächsten Jahren noch weiter steigen.

Lothar Altenburger (CDU) wollte wissen, welche alternativen Baumarten gepflanzt werden sollen. Neben den, sich seit mehr als 150 Jahren bewährenden Douglasien gibt es im Gemeindewald vielversprechende Versuche mit Libanonzeder, Schwarznuss oder Eßkastanie. Im Herbst soll auf einer Käferholzkahlfläche ein Zerreichenwald gepflanzt werden. Bei der Zerreiche handelt es sich um eine extrem hitze- und trockenresistente Eichenart.

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„Die Forstliche Versuchsanstalt in Freiburg prüft im Augenblick, welche Baumarten für welchen Standort in Baden-Württemberg in Frage kommen“, gab Drabinski weiter zu wissen. Konrad Schlude (CDU) zeigte sich mit der Bewirtschaftung durch das Kreisforstamt sehr zufrieden und dankte seinen Ratskollegen für die Stärkung der Waldarbeitergruppe durch einen neuen Forstwirt, der am 1. August seine Arbeit aufnimmt. Schließlich stimmte der Gemeinderat einstimmig dem Vollzug für das vergangene Forstwirtschaftsjahr zu.