50 Jahre. Der Tennisclub Jestetten hätte allen Grund, zu feiern. In der aktuellen Corona-Pandemie sieht der Vorstand allerdings keine Möglichkeit, ein Fest zu organisieren, das dem Jubiläum würdig werden würde. Dafür will sich der Verein neu aufstellen, das Angebot erweitern, sich neu ausrichten. „Und in fünf Jahren das 50-Jährige würdig nachfeiern“, verspricht Vorsitzender Michele Azzato in einem Telefonat mit unserer Zeitung.

Das Ziel: Neue Mitglieder gewinnen

Der Vorstand hat Ideen. Azzato verrät: „Wir wollen den Verein umstrukturieren, ihm ein neues Flair verleihen und neue Sportangebote präsentieren.“ Nur mit dem reinen Tennisangebot könne der Verein in der Zukunft nicht viel erreichen. Azzato sieht den TC Jestetten zwar gut aufgestellt, aber mit Blick nach vorn, sollen neue Mitglieder gewonnen werden. Das ehrgeizige Ziel: ein Zuwachs von 50 bis 80 Prozent.

Initiatoren und Gründungsvorstand

Der Vorstand bleibt der Linie, die ein halbes Jahrhundert konsequent verfolgt wurde, treu: Den Blick in die Zukunft gerichtet, neue Ideen umsetzen, den Verein attraktiv gestalten. Ganz nach dem Gusto der Gründerväter, die am 8. Oktober 1971 den Startschuss für den Tennissport in Jestetten mit ihrer Unterschrift besiegelten. Zu den Initiatoren zählten Joachim Schwirtz, Christa Binder (Schuppisser), Karl Büchel, Volker Rehbock, Werner Spingler, Eugen Tritt und Rolf Kundke als einziges verbliebenes Gründungsmitglied.

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Die erste Vereinsführung, Vorsitzender Eugen Tritt, sein Stellvertreter Volker Rehbock, Kassierer Joachim Schwirtz, Schriftführerin Marianne Schlumpf, Beisitzer Werner Spingler und Sportwart Herbert Vetter, hatten die Aufgabe, die Infrastruktur zu schaffen, damit die Tennisbegeisterten auch spielen konnten. Bis sie auf den Tennisplätzen aufschlagen durften, improvisierten sie. Laut Chronik durften sich die Mitglieder in der Gemeindehalle und in der Realschulsporthalle schon mal einspielen.

Tennisplätze nach einem Jahr fertig

Die Gemeinde bot dem Verein ein Gelände hinter dem Fußballfeld an. 90.000 D-Mark mussten für den Bau der Plätze aufgebracht werden. 30 Enthusiasten hätten damals mit je 3000 D-Mark für die Hypothek gebürgt. Mit den Aufnahmegebühren und Jahresbeiträgen der damals schon beachtlichen Zahl von 78 Mitgliedern wurden die Bürgschaften nach und nach abgebaut. Schon ein Jahr nach der Gründung standen die Tennisplätze zur Verfügung.

Erstes Clubhaus war eine Militärbaracke

Der Weg zu einem Clubhaus war etwas schwieriger. Für den Anfang sollte es eine Baracke des Sportvereins tun. Die sei aber beim Transport in die Brüche gegangen. Ein Vereinsmitglied organisierte eine gebrauchte Militärbaracke aus der Schweiz, die 1973 für rund 4500 D-Mark aufgestellt wurde. Architekt Dieter Sigg entwarf eine neues Gebäude. Kosten: Rund 63.000 D-Mark. Das neue Vereinsheim wurde 1976 unter dem Vorsitz von Burkhard Kleber eröffnet. In die Ära Gunter Berndt fiel 1991 die komplette Platzerneuerung mit Bewässerung für 100.000 D-Mark.

250 Mitglieder in der Blütezeit

Die Mitgliederzahlen entwickelten sich in den 50 Jahren erstaunlich. Nach dem Start waren es schon 78, anfangs der 1990er Jahre 188, zum 25-Jährigen des Vereins, in der Blüte, sogar 250 Mitglieder. Mit heute an die 160 Mitgliedern sieht Vorsitzender Michele Azzato den Verein als gut aufgestellt. Aber er weiß: „Wir müssen unseren Mitgliedern etwas bieten.“ Er will mit seinem Team deshalb neue Projekte anschieben.

Zahlen und Fakten zum TC Jestetten:

In den kommenden Wochen und Monaten soll sich eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Führungsduo, Azzato und Alex Laasner, drei weiteren Vorständen und drei Nicht-Vorstandsmitgliedern, mit Projekten beschäftigen, die den Verein in die Zukunft bringen. Die Mitglieder haben ihr mit dem einstimmigen Beschluss in einer außerordentlichen Versammlung den Auftrag dafür erteilt. Azzato: „Das war der erste Schritt, der Aufschlag.“

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