Auf den ersten Blick sieht der Abschluss für das Haushaltsjahr 2019 für die Gemeinde Jestetten gut aus. Statt des im Ansatz geplanten Minus‘ von 625.000 Euro ergab sich ein positives Ergebnis von 250.000 Euro. In der Finanzrechnung bleibt ein Überschuss von 784.000 Euro, fast 500.000 Euro mehr als kalkuliert.

Abschreibungen von 1,8 Millionen Euro

Gemeindekämmerer Heiko Weißenberger legte dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung sein 328-seitiges Zahlenwerk vor. Es war sein letzter Haushalt, den er vor seinem Wechsel nach Lauchringen dem Gremium präsentierte.

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Das dicke „Aber“ lieferte Bürgermeisterin Ira Sattler gleich nach: „Wir können die Abschreibungen nicht erwirtschaften.“ Diese lagen mit 1,8 Millionen Euro um mehr als 300.000 Euro über dem Ansatz. „Wir müssen die Investitionen im Blick behalten“, ergänzte die Rathauschefin. Im Klartext: Die Gemeinde müsse sparen und darf nicht übermütig werden.

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Das Tafelsilber verkauft

Das um 875.000 Euro bessere Ergebnis konnte nur erreicht werden, weil die Gemeinde Grundstücke für insgesamt 956.000 Euro verkauft hatte. Ohne diese Erträge hätte unterm Strich ein Minus von 705.000 Euro gestanden. Weißenberger beschrieb es bildlich: „Wir haben unser Tafelsilber verkauft.“ Und CDU-Gemeinderat Lothar Altenburger bemerkte sinngemäß: „Bauplätze können wir nur einmal verkaufen.“

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Weißenberger wies darauf hin, dass die Abschreibungen das ordentliche Ergebnis gewaltig drücke. „Es ist zu schlecht für die Zukunft. Die Gemeinde muss umdenken, sich überlegen, was sie sich noch leisten kann“, mahnte er. Man müsse an jeder Strippe ziehen. Diese Ansicht teilten auch die Räte.

Alles grün im Versorgungsbetrieb

Besser sieht die Schlussrechnung des Versorgungsbetriebs (Wasser-, Stromversorgung und Beteiligungen). Obwohl 2019 hier ein Jahresverlust von 79.000 Euro steht. Wasser- und Stromversorgung brachten ein Plus von 13.000 und 7000 Euro, die Beteiligungen ein Minus von fast 100.000 Euro.

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Die Erklärung ist einfach. Weißenberger erläuterte: Der Gewinn der Energieversorgung Klettgau-Rheintal (EVKR), an der die Gemeinde Jestetten beteiligt ist, sei erst anfangs 2020 festgestellt worden. „Die Steuern sind 2019 schon eingebucht, der Ertrag nicht“, sagte der Kämmerer.

Doppelter Gewinn in 2020

So werde 2020 ein doppelter Gewinn berechnet. Weißenberger: „Es wäre ein rundes Ergebnis geworden, wenn die Beschlüsse der EVKR früher gekommen wären.“ Die Wasserversorgung sei gut aufgestellt. Mit dem Preis (1,75 Euro pro Kubikmeter) liege man gut.