Die Gemeinde Jestetten gibt Gas beim Umbau des Waldes mit klimastabilen Baumarten. Im Gewann Stockreute auf dem Heuberg wurden zu Beginn dieser Woche rund 1000 Zerreichen gepflanzt. Dort hatte der Buchdrucker im Laufe des Sommers rund einen Hektar Fichtenwald vernichtet.

Die Klimaschäden im Jestetter Gemeindewald sind zwar bei Weitem nicht so groß und augenfällig, wie in den Schwarzwaldgemeinden, dennoch ist der Schaden auch hier beachtlich. Jestetten, im Weinbauklima liegend, ist geprägt von Buchen- und Eichenwäldern, doch der Fichtenanteil lag vor rund fünf Jahren noch bei etwa 15 Prozent. Jahr für Jahr verschwinden nun aber in den hiesigen Wäldern große Fichtenflächen. Der Ettenberg ist inzwischen weitgehend fichtenfrei und auch auf dem Heuberg ist die Situation bedenklich. Alleine in diesem Herbst fielen etwa sechs Hektar dem Käfer zum Opfer was einen Käferholzanfall von rund 2500 Festmetern, also eines regulären Jahreseinschlags, bedeutet.

Die Blätter der Zerreiche gleichen den der heimischen Baumarten, sind aber rauher und ledriger. Bilder: Ralf Göhrig
Die Blätter der Zerreiche gleichen den der heimischen Baumarten, sind aber rauher und ledriger. | Bild: Ralf Göhrig

Auch wenn dies im Jestetter Laubholzwald nicht so augenscheinlich ist, bedeutet dies für die Gemeinde einen großen finanziellen Verlust. Doch im östlichen Landkreis hält man sich nicht damit auf, den Zustand zu beklagen, sondern schaut in die Zukunft. Und da diese ein mutmaßlich wärmeres Klima mitbringt, werden Kahlflächen durch wärmeliebende Bäume ersetzt. Waren dies in den vergangenen Jahren überwiegend Traubeneichen und Douglasien, setzt die Gemeinde jetzt auch auf submediterrane Arten, wie beispielsweise die Zerr-Eiche, die allerdings bereits am Kaiserstuhl verbreitet ist – dort vermutlich von den Römern angepflanzt wurde.

Neue Baumarten

Auch andere Baumarten, die vor rund 2000 Jahren den Weg von Italien nach Mitteleuropa fanden, stehen heute im Fokus der Forstleute. Die Walnuss, ursprünglich aus dem Himalaja stammend, wird zunehmend als forstliche Nutzholzart verwendet. In Jestetten finden sich hierzu Flächen in den Dahwiesen. Ferner setzt die Gemeinde Jestetten auf die amerikanische Schwarznuss, die Roteiche, die Elsbeere oder die Flatterulme – alles Baumarten, die von der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg empfohlen werden.