Nach zweijähriger Pause fand in der Klangscheune in Nack endlich wieder ein Preisträgerkonzert der Volksbank Hochrhein Stiftung statt. Jan Zacek, der Inhaber der Klangscheune, begrüßte das Publikum und zeigte sich erfreut, dass es ein Konzert mit Werken zeitgenössischer Komponisten werden würde. Ebenfalls seine Freude über das lang ersehnte Konzert brachte Peter König von der Volksbank Hochrhein Stiftung zum Ausdruck. Felix Ernst, erster Stipendiat der Volksbank Hochrhein Stiftung im Jahr 2013 und Jonathan Jehle, ebenfalls Stipendiat, haben während des Studiums nie den Kontakt zur Stiftung verloren. Mit der Möglichkeit, hier in Nack auftreten zu dürfen, sollte das Trio auf seinem gemeinsamen Weg unterstützt werden. Tatsächlich war es erst das zweite Konzert des Puls Ensembles.

Die Klangscheune war mit rund 70 Personen gut besucht. Neu war die Anordnung der Zuhörenden und der Musiker. Diese hatten sich eine Insel in der Mitte der Klangscheune geschaffen, um damit jeder Zuhörerin und jedem Zuhörer das gleiche Klangerleben zu ermöglichen. Diese Aufteilung, genannt „Weinberg-Architektur“, ist in der Elbphilharmonie in Hamburg sowie in Konzertsälen der Kölner Philharmonie und der Philharmonie Berlin zu finden.

Das Trio mit der Musikerin Marijke Tjoelker an der Violine, Felix Ernst an der Marimba (auch Marimbaphon genannt) und Jonathan Jehle am Saxophon und der Klarinette haben sich beim Studium in Bremen 2019 kennen gelernt. Nach gemeinsamem Spiel gründeten sie 2021 das „Puls Ensemble“. Sie sind auf dem Weg zu ihrer ersten CD, die ihre Visitenkarte darstellen wird. Jonathan Jehle führte locker und mit Humor durch das Programm. Es sei für die Musiker durchaus akzeptabel, wenn die Zuhörer der jungen Musik aus dem Jahr 2022 skeptisch gegenüberstünden.

Das Stück „Tapas“, mit dem die Konzertbesucher begrüßt wurden, stammt von Marc Mellits (*1966), einem US-amerikanischen Komponisten. Es bot fünf musikalische Häppchen, die jedes Instrument solistisch vorstellten, aber dann ins Triospiel mündeten. Mit „Re“, einem speziell für das „Puls Ensemble“ komponierten Stück von Sarvenaz Safari, (*1984) brachte das Trio eine Uraufführung zu Gehör. Es klang mit seinen orientalischen Tonfolgen wie „Erzählungen aus tausend und einer Nacht“. Im zweiten Teil des Konzertes durften die Besucher dem Stück „And Legions will rise“ von Kevin Puts (*1972 in St. Louis USA) lauschen. Auch hier waren lange Bögen über das Stück gespannt, welches mit impressionistischen Facetten die Charaktere der Instrumente zum Ausdruck brachten.

Das Publikum, welches zuvor konzentriert gelauscht hatte, applaudierte anhaltend.