Bei ihrer Sommertour hat die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller mit Marion Gentges, Ministerin für Migration und Justiz des Landes Baden-Württemberg, die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Jestetten besucht.

„Wir leben in bewegten Zeiten: Corona, wachsender Extremismus, Zustrom von Flüchtlingen oder der völkerrechtswidrige Angriff Putins auf die Ukraine. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung sieht sich neuen Zeiten gegenüber“, sagte Hartmann-Müller.

Jetzt gehe es um die Frage, wie wir gestärkt als Gesellschaft und Rechtsstaat uns diesen Herausforderungen stellen können, so Hartmann-Müller. „Integration, Versorgung von Flüchtlingen, Rechtsstand und Fachkräftemangel sind weitere Fragen, die diskutiert werden können“, betonte Sabine Hartmann-Müller ihr Anliegen zu diesem Gespräch.

Zur Besichtigung und den anschließenden Gesprächen kamen unter anderem auch Karl Selbach, Heimleiter Gemeinschaftsunterkünfte vom Amt für Soziale Hilfen im Landratsamt Waldshut, Axel Albicker, Leiter des Sozialamts des Landkreiss, Klaus Danner, Ombudsperson für Flüchtlingserstaufnahme, Antje Maurer, Integrationsbeauftragte des Landkreises, Andreas Tenhagen, Sozialdienst am Landratsamt, Bürgermeister Dominic Böhler, Horst Weible und weitere Mitglieder des Helferkreises Jestetten sowie der Hausmeister der Einrichtung in Jestetten, Daniel Schönsted.

115.000 Flüchtlinge aus der Ukraine

Die große Flüchtlingswelle von 2015 und die damit einhergehenden Grenzschließungen, Bilder von Stacheldrahtzäunen und Einreisebeschränkungen sind noch in guter Erinnerung. Damals waren 101.000 Geflüchtete in Baden-Württemberg registriert.

Heute, im August 2022, sind es allein aus der Ukraine 115.000 Geflüchtete sowie 10.500 aus sogenannten Drittstaaten. Und die Zuwanderung nimmt wieder zu. Innerhalb einer Woche stieg die Zahl der Einwanderer um 15 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

„Diese Tatsache wird in der Bevölkerung wenig wahrgenommen“, äußerte Ministerin Gentges. „Unterkünfte wurden seit 2015 gebaut und haupt- sowie ehrenamtliche Helfer leisten ihr Bestes, um den Hilfesuchenden beizustehen.

„Dabei gibt es noch einige Probleme, die gemeistert werden wollen.“ Daher offerierte Horst Weible, Leiter des Helferkreises Jestetten, zur abschließenden Fragerunde nach der Besichtigung der Gemeinschaftsunterkunft der Ministerin eine Wunschliste.

In der Gemeinschaftsunterkunft stehen Spielzimmer, Waschraum, Gemeinschaftsküche und ein Hebammenzimmer zur Verfügung.
In der Gemeinschaftsunterkunft stehen Spielzimmer, Waschraum, Gemeinschaftsküche und ein Hebammenzimmer zur Verfügung. | Bild: Ingrid Ploss

Diese zeigte die momentanen Schwierigkeiten auf, mit denen sich die Geflüchteten und ihre Unterstützer konfrontiert sehen. Als Aufgabe zur Lösungssuche im Ministerium wurden die Integrations- und Sprachkurse, die damit verbundenen weiten Wege mit dem Öffentlichen Nahverkehr, speziell die Durchfahrt durch die Schweiz, das Angebot der Sprachförderung für Schüler außerhalb des Schulunterrichts sowie der Personalmangel in Kindertageseinrichtungen benannt.

In diesen Zwei-Bett-Zimmern in der Flüchtlingsunterkunft in Jestetten leben die Geflüchteten bis zu 24 Monate.
In diesen Zwei-Bett-Zimmern in der Flüchtlingsunterkunft in Jestetten leben die Geflüchteten bis zu 24 Monate. | Bild: Ingrid Ploss

Die ehrenamtlichen Helfer wünschen sich mehr Rückhalt vom Land, schnellere Bearbeitungszeiten im Jobcenter, um neben der Vermittlung der Werte in unserer Gesellschaft auch Perspektiven aufzeigen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren