Sie sind wieder zuhause. Am 22. Juni verließen sie mit zwei Pferden und einem Hund Jestetten mit dem Ziel, den Schwarzwald und das Elsass in drei Monaten zu bereisen. Damit erfüllte sich Maggie Appenzeller einen Kindheitstraum.

Ihr Partner Stefan Schlossmacher begleitete sie auf der Tour mit den beiden Isländer-Pferden Stigur und Fögnudur. Ohne genaue Planung ging es kreuz und quer durch den Schwarzwald. Übernachtet wurdee bei hochsommerlichen Temperaturen fast immer draußen auf Decken, in Hängematten, manchmal auch im Zelt oder einer Scheune mit einem Strohlager.

Stefan „Schlossi“ Schlossmacher und Maggie Appenzeller mit den beiden Isländern Stigur und Fögnudur. Appenzeller bietet in Jestetten Reitunterricht für Kinder an und arbeitet als Trainerin für pferdegestütztes Coaching.
Stefan „Schlossi“ Schlossmacher und Maggie Appenzeller mit den beiden Isländern Stigur und Fögnudur. Appenzeller bietet in Jestetten Reitunterricht für Kinder an und arbeitet als Trainerin für pferdegestütztes Coaching. | Bild: Uwe Kaier

Das einfache Leben in der Natur

Das Paar wollte den Traum von Freiheit mit einem einfachen Leben erleben, entschleunigen und nur mit dem notwendigen Gepäck auskommen. Die Erkenntnis der beiden, dass es zum Leben gar nicht so viel braucht und auf Luxusgüter gut und gerne verzichtet werden kann, erlangen sie schnell.

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Tagelang waren die Reisenden in der Natur unterwegs, ohne jemandem zu begegnen, übernachteten an einer Feuerstelle und lebten von der Natur und den wenigen Lebensmitteln, die sie auf den Pferden mitführten.

Wenn sie in Ortschaften oder bewohntes Gebiet kamen, war die Neugier der Bewohner und vor allen Dingen vieler Kinder sehr groß. Überall wurden sie mit offenen Händen empfangen und obwohl sie am Morgen nie wussten, wo am Abend das Lager aufgeschlagen werden kann, fand sich immer eine Lösung, zum Teil wurde ihnen auch ein Lagerplatz von Landwirten angeboten.

Unterwegs entstanden einige Freundschaften. Sie haben während der Reise keine Nachrichten gehört, denn beim Studieren von Internet und Tagesnachrichten wird man mit schlechten Meldungen förmlich überschüttet und man hat das Gefühl, dass sich die Menschen untereinander nicht mehr so wohl gesinnt sind. „Die Reise hat das Gegenteil bewiesen“, so Appenzeller.

„Das halbe Dorf hatte uns adoptiert“

„Alle wollten wissen, wer wir sind, woher wir kommen, wohin es geht und mit welcher Motivation wir unterwegs sind“, so Stefan Schlossmacher. Aufgrund unseres Zeitungsberichts zum Start der Tour wurde das Fernsehen auf das Paar aufmerksam.

Ein Team des Südwestrundfunks traf die Beiden im Markgräflerland und drehte einen Beitrag. Nach den Dreharbeiten ging es weiter in das Elsass und zuletzt in die Vogesen. Auf einem Gelände eines Hofes übernachtete das Paar zehn Nächte. „Das halbe Dorf hatte uns praktisch adoptiert!“ Die beiden bekamen zahlreiche Einladungen, wurden mit Essen und Trinken versorgt. Beim Abschied gab es Tränen auf beiden Seiten.

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Von der Herzlichkeit der Leute überwältigt

Bis auf kleine Blessuren verlief die Reise problemlos. An einem Abend benötigte ein Pferd einen Hufschmied. Üblicherweise beträgt die Wartezeit bei einem Schmied sechs bis zwölf Tage. „Wir erreichten einen telefonisch, der nach seinem Feierabend vorbeikam und das Pferd neu beschlug.“

Ein schönes Abenteuer war ein Ausritt auf den Grand Ballon (1424 Meter), den höchsten Berg der Vogesen. Überall im Elsass hatte sich ihr Erscheinen herumgesprochen: „Die Leute waren untereinander sehr gut vernetzt. Von der Herzlichkeit der Bewohner sind wir heute noch begeistert“, so Schlossi. „Eigentlich waren wir wie Vagabunden unterwegs, wir wurden aber überall wie VIPs behandelt“, so Maggie.