Die Gemeinde Lottstetten gibt Gas beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Gemeinderat beschloss, den Bauhof mit einer 100-Kilowatt/Peak-Anlage auszustatten und beim Schulgebäude zu prüfen, wie ein optimaler Ausbau möglich wäre, um diesen schnellstmöglich zu realisieren.

Die Auswahl

Mathias Eschbach, Geschäftsführer der Strom Tiger GmbH, erläuterte die Vor- und Nachteile der möglichen Ausbaualternativen und rasch war sich der Gemeinderat einig, so schnell wie möglich zu handeln. Während sich das Rathaus aufgrund seiner Dachform mit zahlreichen Dachgaupen nicht für eine Photovoltaikanlage eignet und das ehemalige Postgebäude, ebenfalls in Gemeindehand, einen zu geringen Strombedarf aufweist, sind Schule und Bauhof prädestiniert.

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Ursprüngliches Ansinnen war, die Anlage so groß zu planen, dass der Strom ausreicht, die Gebäude zu versorgen – so nimmt der Strombedarf in der Schule und vor allem im Bauhof stetig zu – und rasch amortisiert zu werden. Doch Martin Russ (CDU) regte eine große Lösung an. „Wir müssen langfristig denken“, sagte der Bürgermeisterstellvertreter, „und langfristig ist eine große Anlage sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll.“ Hauke Schneider (Freie Wähler) stimmte dieser Aussage zu und sieht die Gemeinde als Vorbild in Sachen alternative Energienutzung.

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Die hohen Kosten – ein Kilowatt wird mit rund 1000 Euro veranschlagt – bei lediglich 50.000 Euro veranschlagten Haushaltsmitteln sorgten bei einigen Räten für Bedenken, die Bürgermeister Andreas Morasch jedoch ausräumen konnte. „Wir hatten eigentlich die Anlage einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie geplant“, sagte Morsch. „Da die Pläne aus rechtlichen Gründen aber nicht zu realisieren sind, können wir beim Ausbau unserer Dächer in die Vollen gehen.“

Eile geboten

Aufgrund der hohen Nachfrage im Bereich der Photovoltaik und der sinkenden Vergütungspreise für eingespeisten Strom sahen die Räte raschen Handlungsbedarf. Daher stimmte das Gremium für eine beschränkte Ausschreibung der Anlage auf dem Bauhof. Gleichzeitig soll eine Prüfung der Situation an der Schule stattfinden, wo unter Umständen die technischen Voraussetzungen angepasst werden müssen, um das Vorhaben zu realisieren. Anschließend soll auch dieses Projekt ausgeschrieben werden.

PV-Anlagen: Die Gemeinde Lottstetten plant eine 100-Kilowatt/Peak-Anlage auf den Dächern des Bauhofs und eine weitere Anlage auf dem Schulgebäude.