Hohe Resonanz in der Region sowie im In- und Ausland finden die Arbeiten des Künstler-Duos Anra. Zeitgenössische, nationale und internationale Kunst präsentieren sie seit 2018 in ihrer Kreativwerkstatt – dem Künstlerhaus in Lottstetten. In Trash-Art stellen sich Andreas und Ralph Hilbert als Anra mit Collagen, Skulpturen und Installationen gesellschaftskritischen Themen und fordern die Besucher ihrer Ausstellungen auf, es ihnen gleichzutun.

Am vergangenen Wochenende lockten heiße Temperaturen eher zum kühlen Badespaß. Trotzdem war zur Vernissage der aktuellen Ausstellung das Interesse vieler Kunstliebhaber groß. Zahlreiche Gäste bewunderten die kreativen Werke und waren inspiriert, sich in angeregten Gesprächen über Themen der Zeit untereinander oder mit den anwesenden Künstlern auszutauschen.

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Als Ausstellungspartner waren auch Künstler der Region anzutreffen und für Gespräche offen. Zu sehen waren Werke von Sebastiano Vittorio Bucca (Baden/CH), Josef Briechle (Tiengen/D), Tom Cocotos (New York/USA), Ramiro Estrada (Chur/CH/Mexico), Jeremy Hansen (Detroit/USA), Jochen Lemke (Altenburg/D), Tony Miello (Detroit/USA) sowie Edyta Natolska-Scheib (Rheinheim/D).

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Im Rahmen der Stipendium Vorstellung präsentierte Anra die Werke „Art Robot“ sowie „Auf Erden“. „Art Robot“ fuhr freundlich plaudernd, ferngesteuert zwischen den Besuchern umher – zur großen Freude vor allem des jüngeren Publikums. NASA und ESA tüfteln an großartigen Technologien für Mars-Missionen und zu weiteren Eroberungen des Weltalls – aber auch im Kleinen überschwappt immer mehr Technisierung unseren Alltag.

Ralph Hilbert mit „Art Robot“, der ferngesteuert während der Vernissage zwischen den Besuchern umherfuhr.
Ralph Hilbert mit „Art Robot“, der ferngesteuert während der Vernissage zwischen den Besuchern umherfuhr. | Bild: Ingrid Ploss

So kommt der kleine, freundliche, nach eigener Aussage, „völlig überqualifizierte“ Roboter zur Begrüßung ganz witzig zweideutig daher. Das Kunstwerk mit dem Titel „Auf Erden“ stellt ein Abbild unserer aktuellen Welt in Form einer festlich gedeckten Tafel mit zwölf Gedecken, erinnernd an das letzte Abendmahl, dar.

Bei genauerer Betrachtung sieht man sich mit aktuellen Themen, die für den Menschen des 21. Jahrhunderts von existenzieller Bedeutung sind, konfrontiert. Jedes der zwölf Gedecke verdeutlicht einen Konfliktschwerpunkt: Krieg in der Ukraine, Bedrohungen für das Wohl der Menschen durch Massentierhaltung, Waldrodungen, Einsatz von Pestiziden, Mikroplastik, Themen wie Religionsfreiheit, totale Überwachung, Massenhysterien und Verschwörungstheorien, Gier nach immer mehr Geld.

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„Wir wollen die Menschen aufrütteln sich Gedanken zu machen und sich für das Leben auf unserer Erde zu entscheiden“, betonen die Brüder ihr Anliegen, „Ein Planet – eine Menschheit!“ Möge dieser Wunsch genau so viel Interesse wecken, wie diese Ausstellung erfuhr.