Am 11. April 1946 wurden in Jestetten und Baltersweil Ortsverbände der Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei (heute CDU) gegründet. Einen Tag später, am 12. April, folgte die Gründung in Altenburg. Im Rahmen einer ökumenischen Andacht gedachte die CDU Jestetten der Gründung vor 75 Jahren. Eigentlich wäre dieser Anlass weit aufwändiger gefeiert worden, doch Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. So blieb der Gottesdienst, immerhin ist die christliche Basis und der Bezug auf christliche Werte ein zentraler Bestandteil christdemokratischer Politik.

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Konrad Schlude, Vorsitzender des Ortsverbands, ging auf die Historie der Partei im Jestetter Zipfel ein, nahm dabei Bezug zu den Anfängen und zitierte den mit Jestetten eng verbundenen Reichstagsabgeordneten Carl Diez, der im Jahre 1946 folgendes sagte: „Sie (die neue Partei) umfasst alle, die sich der 2000 jährigen, christlichen Kultur verpflichtet fühlen, auf Christus getauft sind und im sozialen Geiste des Evangeliums an das Aufräumen der Trümmer und den Wiederaufbau unseres Volkes herangehen wollen.“

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Felix Schreiner, Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter, zitierte den Berliner Gründungsaufruf: „In der schwersten Katastrophe, die je über unser Land gekommen ist, ruft die Partei Christlich Demokratische Union aus heißer Liebe zum deutschen Volk die christlichen, demokratischen und sozialen Kräfte zur Sammlung, zur Mitarbeit und zum Aufbau einer neuen Heimat.“ Schreiner rief dazu auf, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen.

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Die Lesung stand im Zeichen von Christentum und Politik und ging dabei auf die Aufforderung von Jesus in der Bergpredigt ein, das Salz der Welt zu sein. Es sei demnach weder sinnvoll noch christlich, sich in seiner frommen Blase einzurichten, sondern notwendig die Gesellschaft mit christlichen Werten zu durchdringen.

Lothar Altenburger erinnerte abschließend an die zahlreichen Männer und Frauen, welche die Jestetter CDU durch die Jahrzehnte geprägt hatten. Mit dem Glaubensbekenntnis, Fürbitten, dem Vater Unser und einem Segen ging der Gottesdienst zu Ende. Die musikalische Umrahmung der Andacht wurde von Bärbel und Ernst Raffelsberger gestaltet.