Als hätte der östliche Jestetter Zipfel nicht schon genug zu bieten – die Doppelrheinschleife, ein keltisches Handelszentrum oder zahlreiche seltene Tierarten. Es gibt einen weiteren Superlativ: Die Traktorensammlung von Gerold Thoma. Mit mehr als 20 Traktoren aus den 1920-er bis zu den 1960-er Jahren, allesamt selbst restauriert, hat der 64-jährige wahre Schätze in seiner Garage stehen.

Im Augenblick restauriert Gerold Thoma einen Hanomag, hier das Motorengehäuse.
Im Augenblick restauriert Gerold Thoma einen Hanomag, hier das Motorengehäuse. | Bild: Ralf Göhrig

Landmaschinen waren schon immer die Leidenschaft des in Herdern geborenen Thomas. Und so war eine Ausbildung als Landmaschinenmechaniker nur folgerichtig. Die gesellschaftliche Entwicklung weg von der bäuerlichen hin zur modernen Industriegesellschaft sorgte dann aber dafür, dass er beruflich über 40 Jahre lang keine Landmaschinen, sondern Baumaschinen für Straßenbaufirmen instand gehalten hat.

Vor 25 Jahren begann Gerold Thoma (links) mit der Restaurierung der ersten Lanz-Bulldogs, hier das Fahrzeug von Peter Hägele (rechts).
Vor 25 Jahren begann Gerold Thoma (links) mit der Restaurierung der ersten Lanz-Bulldogs, hier das Fahrzeug von Peter Hägele (rechts). | Bild: Ralf Göhrig

Doch Traktoren hatten es ihm angetan, vor allem die alten Lanz-Bulldogs mit ihren rustikalen Einzylinder-Motoren. Daher suchte er in den 1990er Jahren nach solchen Fahrzeugen, um sie zu restaurieren. Bis nach Südafrika führten ihn die Recherchen, wo er tatsächlich fündig wurde. Bereits zur Jahrtausendwende hatte er einige dieser urtümlichen Traktoren restauriert und nicht nur auf Hochglanz poliert, sondern auch fahrtüchtig gemacht.

Mit den Lanz-Bulldogs hat es angefangen.
Mit den Lanz-Bulldogs hat es angefangen. | Bild: Ralf Göhrig

Ein großes Abenteuer war vor rund 20 Jahren die Fahrt, zusammen mit seinem, damals 13-jährigen Sohn David, mit einem Lanz nach Kärnten, über den Arlberg und Reschenpass nach Osttirol und dann weiter nach Osten. In Folge dieses Husarenstücks gründete Thoma einen Traktorenclub, wurde Mitglied bei den Freunden alter Landmaschinen Zürich/Schaffhausen und richtete mehrere Traktorentreffen im Jestetter Zipfel aus.

Und seine Sammlung wuchs. Nicht nur mehr Heinrich Lanz, Mannheim, sondern auch Hermann Lanz, Aulendorf (HELA), Kramer, Eicher, Hanomag, Porsche, Fendt, Güldner oder Landini heißen die Traktorenmarken, die man in Thomas Garage finden kann. Inzwischen hat sich dies bei Traktorenfreunden in ganz Europa herumgesprochen und so ist es es kein Wunder, dass regelmäßig Gäste in die Altenburger Rheinfallstraße kommen, um diese kulturhistorischen Schätze zu Gesicht zu bekommen. „Nun versuche ich, den Gemeinderat und das Landratsamt davon zu überzeugen, meine Garage etwas vergrößern zu können, um der Allgemeinheit meine Schmuckstücke besser zugänglich machen zu können“, verriet der Traktoren-Enthusiast im Gespräch.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €