Sie ist bereits seit vielen Jahren bekannt, aber noch immer ein Geheimtipp und ein solcher wird sie auch bleiben, denn sie liegt nicht an einem öffentlichen Weg, nicht einmal an einem Waldweg sondern unzugänglich in einer tiefen Schlucht verborgen: Die große Fichte im Jestetter Wald.

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Der Jestetter Wald, bekannt durch uralte, mystische Eichenhaine, riesige Buchenbestände und zahlreiche kulturhistorische Besonderheiten ist nicht unbedingt eine Referenz für Fichtenwälder, zumal der Fichtenanteil durch die Klimaerwärmung immer weiter sinkt. Dennoch steht die größte Fichte des östlichen Landkreises im Jestetter Zipfel.

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Mit einer Höhe von mehr als 50 Metern und einem Durchmesser in Brusthöhe von 1,5 Metern hat sie eine Gesamtmasse von rund 45 Festmetern, was – wenn man sie fällen würde – zwei Langholz-Lastwagenladungen entsprechen würde. Das Alter des Baumes ist vermutlich noch gar nicht so sehr hoch. Wahrscheinlich liegt es bei etwa 150 Jahren. Doch der gut wasserversorgte, nährstoffreiche und vor allem windgeschützte Standort in einer abgelegenen Schlucht hat sie bislang vor den Unbilden der Witterung und tierischen Schädlingen geschützt.

Gigantisch: Mit einem Durchmesser in Brusthöhe von 1,50 Metern und einer Höhe von mehr als 50 Metern ist die Jestetter Fichte die größte im ehemaligen Forstamt Jestetten.
Gigantisch: Mit einem Durchmesser in Brusthöhe von 1,50 Metern und einer Höhe von mehr als 50 Metern ist die Jestetter Fichte die größte im ehemaligen Forstamt Jestetten. | Bild: Petra Jávor

Und bereits in den vergangenen Zeiten, als die Holznutzung im Vordergrund der Waldbewirtschaftung stand, war der Aufwand, diesen Stamm zu nutzen mutmaßlich zu hoch. Und daher machten die ehemaligen Förster und Waldarbeiter einen großen Bogen um diesen Baum. In den 1990er Jahren entdeckte der damalige, kommissarische Forstamtsleiter, Thomas Nissen, diesen Baum, der von Weitem fast unscheinbar wirkt. Nissen führte den damaligen Gemeinderat zu der Fichte und dieser beschloss, den Baum als Naturdenkmal zu erhalten. Seit damals sind knapp 30 Jahre vergangen und die Fichte trotzt noch immer allen Widrigkeiten.

Unendlich: Die Fichte scheint mit Blick von unten nach oben kein Ende zu nehmen.
Unendlich: Die Fichte scheint mit Blick von unten nach oben kein Ende zu nehmen. | Bild: Ralf Göhrig