Demnach wurde der LEV im Juli 2012 durch den Waldshuter Kreistag gegründet und nahm im April 2013 die Arbeit auf. „Ein wesentliches Merkmal“, so Stoll, „ist die Drittelparität aus Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz.“ Ziel des Vereins ist die Erhaltung der vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft im Landkreis. „Die Erhaltung der Landschaft und des Artenreichtums geht nur mit der Landwirtschaft zusammen“, stellte Hansjörg Stoll fest und ergänzte, dass es hier, im südöstlichsten Zipfel des Landkreises noch einen weißen Flecken gebe.

Stoll erklärte die Vorteile, die die Gemeinde im Falle eines Beitritts hätte. Neben dem Zugang zu Fördergeldern können durch den LEV Flächen gepflegt und verbessert werden, die ansonsten brach lägen. Insbesondere das Thema Förderung ist für die Gemeinde Lottstetten interessant. Die Gemeinde ist als Mitglied des Naturparks Schaffhausen intensiv in diverse Pflegeprojekte einbezogen.

Allerdings können diese nicht durch die Schweiz finanziert werden, wohl aber in Kooperation mit dem LEV durch deutsche Fördermittel. „Hier in Lottstetten sind es die extensiven Streuobstwiesen und die Pflege von Hecken, die durch den LEV in Angriff genommen werden können“, erklärte Stoll. Aber auch vorhandene Brachflächen könnten durch entsprechende Maßnahmen aufgewertet und dadurch artenreicher werden.

Bürgermeisterstellvertreter Martin Russ (CDU) befürwortete die Mitgliedschaft, gab aber zu bedenken, die Ackerflächen außen vor zu lassen. „Hände weg von den hochwertigen Produktionsflächen“, sagte Russ und erinnerte an die Tatsache, dass die heimische Landwirtschaft mehr denn je für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln verantwortlich ist und für eine ausreichende Versorgungssicherheit in Deutschland steht.

Diese Sorge konnte Hansjörg Stoll zerstreuen, denn in Lottstetten gibt es reichlich Flächen, denen sich der LEV annehmen kann. Offenbar war die Argumentation des Geschäftsführers überzeugend, denn die Zustimmung erfolgte ohne weitere Diskussion.