Die Akte des Musikvereins Jestetten ist nun endgültig geschlossen. Nach der Auflösung des Vereins zum 31. März 2019 ist die Liquidation abgeschlossen worden, und die Gemeinde verteilt nun das Vereinsvermögen. Laut jüngstem Beschluss des Gemeinderats gehen die 7875,72 Euro plus 100 Euro, die 2021 im Sommer noch dazu kommen, an den Musikverein Altenburg und das Akkordeonorchester Jestetten, das 1500 Euro erhält.

Ein trauriges letztes Kapitel

Das letzte Kapitel der 156 Jahre dauernden Geschichte des Musikvereins Jestetten ist das traurigste. „Aus für Musikverein nach 156 Jahren“, hatte der Titel in der Ausgabe vom 31. Oktober 2018 in unserer Zeitung gelautet. Mit 13 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme hatten die Mitglieder einen Strich unter die Vereinsgeschichte gezogen.

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Die Hauptgrund: Seit Jahren sinkende Mitgliederzahlen – trotz intensiver Nachwuchsarbeit. Die damalige Vorsitzende Helga Lauterbach hatte erklärt: „Seit langer Zeit sind Auftritte nur mit Aushilfen möglich, und es ist keine Besserung in Sicht.“ Die Winterserenade in der Kirche St. Benedikt war das letzte Konzert gewesen. Ein Schlusstakt, ein Schlussakkord, ein letzter Beifall.

Zur Förderung der Musik

Laut Vereinssatzung fällt das Vereinsvermögen „bei Auflösung des Vereins oder Wegfall seines bisherigen Zwecks“ der Gemeinde Jestetten zu. Die Gemeinde verwaltet das Vermögen als Grundstock zur Neugründung eines Vereins derselben Zielrichtung. Weiter steht darin wörtlich: „Ist dies in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, hat die Gemeinde das Vermögen unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke, und zwar zur Förderung der Musik, zu verwenden.“

Instrumente und Noten verkauft

Ein klarer Auftrag an die Verwaltung. In der Sitzungsvorlage schreibt sie, dass eine Neugründung eines Musikvereins sich aktuell nicht abzeichne und in den nächsten Jahren auch nicht zu erwarten sei. Der Verein hatte laut Lauterbach Instrumente und Noten verkauft. Über die Verwendung des Restguthabens war sich der Gemeinderat schnell einig.

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Dazu Bürgermeisterin Ira Sattler: „Wir sollten bei der Verteilung an die Instrumentalvereine denken. Es geht um Blasmusik. Deshalb sollte der Musikverein Altenburg den größeren Teil bekommen.“ Inzwischen spielten einige ehemalige Musiker des aufgelösten Jestetter Vereins im Orchester der Nachbarn in Altenburg.

Die Räte Henry Brückel und Konrad Schlude sprachen in der Sitzung für das gesamte Gremium. „Ein sehr guter Vorschlag“, sagte Brückel. Schlude ergänzte: „Nach meinen Kenntnisstand hat der Musikverein Altenburg die höheren Ausgaben. Die Summe ist gut investiert.“