In der kommenden Woche wird der Gießeweg in Lottstetten gesperrt, damit notwendige Baumfällarbeiten ausgeführt werden können. Dadurch wird die Gieße nicht mit Fahrzeugen erreicht werden können. „Wir haben diese Maßnahmen in den Spätherbst geschoben, um die Erholungsmöglichkeiten unserer Bürger auf der Liegewiese am Rhein nicht einzuschränken“, sagte Bürgermeister Andreas Morasch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Keine akute Gefährdung

Die Baumkontrollen des Kreisforstamts im Frühjahr hatten ergeben, dass etliche Bäume entlang des Gießewegs, des öffentlichen Zugangs zur Uferwiese, nicht mehr standsicher sind und gefällt werden müssen. Da keine akute Gefährdung vorlag, beschlossen die Verantwortlichen, das sommerliche Freizeitvergnügen – insbesondere in Corona-Zeiten – nicht einzuschränken und die Baumfällarbeiten Ende des Jahres auszuführen.

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Besonders die Dürre der vergangenen Jahre, aber auch heftige Stürme hatten den Bäumen im Hardtwald zugesetzt. Doch während dürre oder vom Sturm angeschobene Bäume im Wald ein allgemeines Lebensrisiko darstellen, besteht an öffentlichen Wegen – was beim Gießeweg zutrifft – und Erholungsschwerpunkten im Wald eine erhöhte Verkehrssicherungspflicht des Waldbesitzers.

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Die Fällung der allermeisten betroffenen Bäume dürfte wohl kaum auffallen, umso mehr schmerzt der baldige Tod einer dicken, markanten, fast mystisch anmutenden Buche im Bereich des Altrheinarms den Bürgermeister. „Es tut mir leid um den schönen Baum, doch er ist von einem Pilz befallen und nicht mehr standsicher“, erklärt Morasch.

Konkret handelt es sich um den Brandkrustenpilz, der sich im Innern des Baumes entwickelt und dazu führen kann, dass dieser Baum ohne Vorwarnung umstürzen kann. Und dieses Risiko will und kann die Gemeinde Lottstetten beim Zugang zur Uferwiese nicht eingehen. Immerhin hat der Gemeinderat beschlossen, den gefällten Baum nicht zu entfernen, sondern als Habitatbaum liegen zu lassen, damit er weiterhin als Lebensraum für zahlreiche Kleinlebewesen dienen kann.