Nun also doch. Entgegen des Beschlusses im Jahr 2017 stimmte der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung zu, dass die Deutsche Telekom auf dem Dach der Schule an der Rheinschleife einen LTE-Funkmast montieren darf. Unter den Voraussetzungen, dass jederzeit ein ungehinderter Schulbetrieb möglich ist, eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur vorliegt, und dass die Schule den Glasfaseranschluss nutzen darf.

Klares „Nein“ vor drei Jahren

Vor drei Jahren hatte das kommunale Gremium den Bauantrag der Deutschen Funkturm GmbH als Dienstleister der Telekom mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die Telekom hatte daraufhin entschieden, auf ihrem eigenen Gebäude in der Klettgauer Straße einen etwa 25 Meter hohen Stahlgittermast zu errichten. Der Rat lehnte den Bauantrag im Sommer des vergangenen Jahres ebenfalls ab.

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Die Verwaltung hatte mit der Funkturmgesellschaft noch einmal über den Funkmast auf der Schule verhandelt und die Bedingungen vorgelegt. Der Bauantrag für die Klettgauer Straße ruht so lange, bis die Gemeinde mit der Funkturm GmbH einen Vertrag für die Nutzung des Schulgebäudes abschließt. Was nach dem jüngsten Beschluss nun erfolgen kann.

Alternativer Standort in der Klettgauer Straße

Die Verwaltung verdeutlichte in der Sitzungsvorlage: „Falls der Gemeinderat erneut einen LTE-Funkmast auf dem Gebäude der Schule ablehnt, wird der Stahlgittermast in der Klettgauer Straße definitiv gebaut.“ Bürgermeister Ira Sattler verlieh dem in der Sitzung noch einmal Nachdruck: „Erinnern Sie sich an das Abstimmungsverhalten im Juli 2019.“

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Der Hintergrund: Die Regierung und Mobilfunkanbieter haben eine Ausbauvereinbarung beschlossen. Bis Ende 2020 sollen 99 Prozent mit dem Funkstandard LTE, also der 4G-Technologie versorgt sein. Sattler: „Der Standort muss in der Ortsmitte liegen und einen Glasfaseranschluss haben.“

Strahlung breitet sich kegelförmig aus

Wenn die Schüler vor Strahlungen geschützt werden sollten, sei der Mast auf der Schule zu bevorzugen. Sie begründete es damit, dass sich die Strahlung kegelförmig ausbreitet. Unter dem Kegel sei die Belastung am niedrigsten. „Es ist wenig sinnvoll, Mobilfunk anzubieten, gleichzeitig Antennen zu verbieten“, meinte Sattler.