In der Schweiz wird prognostiziert, dass bis ins Jahr 2040 fast zwei Millionen Menschen pro Tag mit der Bahn fahren. Das sind 50 Prozent mehr als heute. Der Schweizer Bund investiert beim nächsten Ausbauschritt des strategischen Entwicklungsprogramms bis 2035 knapp 13 Milliarden Franken in die Bahninfrastruktur. Auf der Strecke Zürich – Schaffhausen wird ein ganztägiger Halbstundentakt der beschleunigten Linie P und IR 48 angestrebt und für den Doppelspurausbau zwischen Rafz und Jestetten bis ins Jahr 2030 rund 140 Millionen Franken investiert.

Nördlich vom Bahnhof Rafz soll bei der Eisenbahnbrücke Rüdlingerstraße die Doppelspur aufgenommen und bis nach Jestetten durchgezogen werden.
Nördlich vom Bahnhof Rafz soll bei der Eisenbahnbrücke Rüdlingerstraße die Doppelspur aufgenommen und bis nach Jestetten durchgezogen werden. | Bild: Thomas Güntert

Wo Doppelspurabschnitte zu liegen kommen, ergibt sich aus der Fahrplanstruktur, die Kreuzungsstellen nötig macht, sagte Raffael Hirt, Mediensprecher der SBB AG. Mit weiteren Ausbauten sollen zudem die Einschränkungen für Güterzüge während der Hauptverkehrszeiten des Personenverkehrs reduziert werden. Der Schienengüterverkehr soll künftig bis zu 20 Prozent schneller unterwegs sein und das Volumen um rund 45 Prozent gesteigert werden. Für den langfristigen Zeithorizont der Zürcher S-Bahn braucht es für die neuen Züge neue Abstell- und Serviceanlagen. Die Anlagen sind ausgelastet und lassen sich nicht für die geforderte Kapazität ausbauen.

Nordwestlich von Rafz soll die Eisenbahnverbindung Zürich-Bülach-Schaffhausen auf Doppelspur ausgebaut werden. Davon sind auch die deutschen Gemeinden Jestetten und Lottstetten betroffen.
Nordwestlich von Rafz soll die Eisenbahnverbindung Zürich-Bülach-Schaffhausen auf Doppelspur ausgebaut werden. Davon sind auch die deutschen Gemeinden Jestetten und Lottstetten betroffen. | Bild: Thomas Güntert

Zwischen dem südlichen Ortsrand von Eglisau und dem Rundell vor dem Bülacher Wald plant die SBB auf einer 42.500 Quadratmeter großen Fläche eine Abstellanlage, die vier 500 Meter lange Gleise umfasst. Der Gemeinderat Eglisau stellt sich in einer Stellungnahme gegen eine Abstellanlage, weil sie landschaftsunverträglich sei und auf ungenügenden Abklärungen beruhe. Zudem hat die FDP Eglisau dagegen eine Petition initiiert, die in drei Tagen mehr als 500 Personen unterschrieben haben. Die Zumutbarkeit der Einwohner sei erschöpft, da sie sich mit mehr als 20.000 Fahrzeugen am Tag bereits den Herausforderungen des Verkehrs und einem möglichen Atomendlager in unmittelbarer Nähe am Standort Nördlich Lägern stellen müssen. Durch die S-Bahn Abstellanlage werden hohe Lärm- und Lichtimmissionen befürchtet.

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Da der Doppelspurausbau auf der Strecke Bülach–Schaffhausen und die Abstellanlage Eglisau unterschiedliche Zeithorizonte betreffen, besteht kein direkter Zusammenhang zwischen den Vorhaben, sagte Raffael Hirt und fügte an, dass die Abstellanlage in Eglisau erst nötig wird, wenn das Bahnangebot über den beschlossenen Ausbauschritt 2035 hinaus ausgebaut werde.