Die Saison der 115 Jahre alten Rheinfährverbindung zwischen Lottstetten und dem Zürcher Weinland ist eröffnet. Bis zum 15. Oktober verkehrt die Seilfähre „Rüedifaar“ täglich von 9 bis 19 Uhr zwischen der Anlegestelle Nack bei der Liegewiese „Giesse“ und dem Schweizer Ellikon. Um 12 Uhr machen die Fährleute „Wälz“ Nägeli, Rös und Hans Zürcher Mittagspause.

Bauarbeiten

Im Auftrag der Gemeinde Marthalen und dem Zürcher Amt für Abfall, Energie und Luft (Awel) wurde die Fähranlegestelle in Ellikon von einer auf Wasserbau spezialisierten Firma für rund 50.000 Franken saniert. Die Bauarbeiten konnten nur bei Niedrigwasser ausgeführt werden, wenn ein Fährbetrieb nicht möglich ist. Die große Treppe und die Uferverbauung wurden in den vergangenen Jahren derart unterspült, dass die Hohlräume mit Beton ausgegossen und mit Kies aufgefüllt werden mussten. Um den Fähranleger vor der Strömung zu schützen, wurden flussaufwärts Natursteine angehäuft.

Aus Sicherheitsgründen wurden beim Wanderweg, der von der Anlegestelle flussabwärts zu den Thurauen führt, noch zwei alte Pappeln gefällt. „Die beiden Bäume waren brüchig und es bestand zunehmend die Gefahr von herabstürzenden Ästen“, sagte Kilian Ott vom Awel.

Die Schweizer Anlegestelle der Rheinfährverbindung zwischen Lottstetten und Ellikon wurde im März für 50.000 Franken saniert.
Die Schweizer Anlegestelle der Rheinfährverbindung zwischen Lottstetten und Ellikon wurde im März für 50.000 Franken saniert. | Bild: Thomas Güntert

Aufgrund der Corona-Pandemie besteht auf der Fähre Maskenpflicht und an beiden Anlegestellen steht Desinfektionsmittel parat, sagte der Fährenchef Hans Zürcher. Daniel Dauwalder, Mediensprecher des Eidgenössischen Bundesamts für Gesundheit, sagte auf Anfrage, dass Personen aus der deutschen Grenzregion ohne Einschränkungen in die Schweiz einreisen dürfen. Probleme gibt es erst bei der Rückreise. Laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg sind Schiffsreisen mit Grenzübertritt bis voraussichtlich 18. April eingestellt.

Der Blick über die Fähre hinweg zu ihrem eigentlichen Anlegeplatz in der Schweiz.
Der Blick über die Fähre hinweg zu ihrem eigentlichen Anlegeplatz in der Schweiz. | Bild: Thomas Güntert

Schweizer Reisende aus einem Risikogebiet dürfen allerdings nur mit einem triftigen Reisegrund nach Baden-Württemberg einreisen. Florian Mader, Pressereferent des Sozialministeriums, erklärte, dass Spaziergänge und ähnliche sportliche Betätigungen wie Joggen oder Fahrradfahren im Rahmen der 24-Stunden-Regelung weiterhin quarantänefrei möglich sind, sofern die Bewegung an der frischen Luft im Vordergrund steht und man sich dabei noch im näheren Umfeld zum Wohnort bewegt. Spaziergänge und ähnliche sportliche Aktivitäten sind allerdings nicht mehr quarantänefrei möglich, wenn dazu Anfahrten mit dem Auto zum Zielort erfolgen. „Diese Personen müssen sich dann in Baden-Württemberg in Quarantäne begeben, das gilt auch für Schweizer“, betonte Mader.