Seit 26 Jahren schlägt der Circus Stella sein Zelt auf der Jestetter Vreneleswiese auf. Insofern eigentlich nichts Außergewöhnliches. Doch das Jahr 2020 hat seine eigenen Gesetze, daher war es lange unklar, ob die Zirkuswoche überhaupt stattfinden kann. Schließlich zeigte die Gemeinde Mut und die Leiterin der Volkshochschule, Bettina Valtentin, erarbeitete zusammen mit Hans-Jürgen Blickle, dem Zirkuspädagogen vom Circus Mumm, ein tragfähiges Konzept. Und so wurde das gelb-rote Zirkuszelt in diesem Jahr erstmals an genau der Stelle aufgebaut, wo es vor einem Jahr gestanden hatte.

Das Trapez ist die Königsdisziplin im Zirkus.
Das Trapez ist die Königsdisziplin im Zirkus. | Bild: Ralf Göhrig

Der Circus Mumm, der in Jestetten Circus Stella heißt, ist ein besonderes Projekt, denn hier treten Kinder im Alter von neun bis 15 Jahren auf, die dem Publikum die akrobatischen Höchstleistungen zeigen, die sie sich eine Woche lang unter fachkundiger Leitung angeeignet haben.

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Dass in diesem Jahr vieles anders war als gewohnt, ist fast überflüssig zu erwähnen, denn das Infektionsschutzkonzept sorgte dafür, dass Abstände eingehalten werden mussten und während des Auftritts, sowohl von den Artisten als auch von den Zuschauern Masken zu tragen waren.

Bunte Figuren entstanden durch beleuchtete Pois.
Bunte Figuren entstanden durch beleuchtete Pois. | Bild: Ralf Göhrig

Die Attraktion geschmälert hat dies aber nicht. Drei ausverkaufte Zirkusaufführungen am Freitag, Samstag und Sonntag, begeisterte Zuschauer, euphorische Artisten, die teilweise weit über sich hinauswuchsen und zufriedene Veranstalter waren der Lohn des Mutes. „Dadurch, dass ganze Familien zu den Vorführungen kamen, waren die Abstände gut einzuhalten und das Zelt bei den Auftritten doch ganz gut gefüllt“, berichtete Roland Körner vom Organisationsteam im Gespräch mit unserer Zeitung.

Faszinierende Impressionen schafft Feuer.
Faszinierende Impressionen schafft Feuer. | Bild: Ralf Göhrig

„Wir haben uns entschieden, mehr als 100 Personen ins Zelt zu lassen, das hat jedoch bedeutet, dass alle im Zelt Masken tragen müssen“, erklärte er weiter. Und diese wurden auch konsequent getragen. Doch während die Masken für die Zuschauer ganz erträglich waren, bedeuteten sie für die Nachwuchsartisten eine deutliche Mehrbelastung. „Es war sehr schwer, sich mit der Maske zu orientieren, vor allem bei den Tänzen, wo alle synchron sein sollten“, befand die 14-jährige Ladina Jávor.

Anna Körner im Feuerball der Feuerpois.
Anna Körner im Feuerball der Feuerpois. | Bild: Ralf Göhrig

Dennoch waren es einmal mehr Glanzleistungen, die die Kinder und Jugendlichen an Trapez, Hochseil, als Jongleure, Zauberer oder Tänzer leisteten. Einen perfekten, schon fast professionellen Auftritt hatte die Diabolo-Truppe, die das Zelt in helle Aufregung versetzte. Man kann sich nur darauf freuen, im kommenden Jahr die kleinen Artisten wieder zu sehen.

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