Feuerwehrinstruktoren aus dem deutsch-schweizerischen Grenzgebiet und der französischsprachigen Schweiz, mit Einsatzkleidung aus dem Trainingszentrum Andelfingen in der Schweiz und Fahrzeugen der deutschen Feuerwehr, haben diese Tage an einem ehemaligen schweizerischen Gebäude und in der Nähe der SBB-Bahnlinie auf deutschen Grund und Boden in Jestetten geübt.

Am Ende des Jahres besuchen die Feuerwehrinstruktoren aus Bern das Trainingszentrum in Andelfingen, um dort neue Erkenntnisse zu erlangen und um den Fokus der Einsatzkräfte zu erweitern. Der verantwortliche Instruktor des Kantons Zürich, Major Heier Wipf, der ein guter Freund der Freiwilligen Feuerwehr Jestetten ist, hat bereits vor Jahren eine Idee in die Praxis umgesetzt.

Die Arbeitsinhalte der Feuerwehr sind international beinahe gleich.
Die Arbeitsinhalte der Feuerwehr sind international beinahe gleich. | Bild: Uwe Kaier

Das Ergebnis der Arbeit von Feuerwehrangehörigen und Rettern allgemein im Einsatz ist weltweit immer dasselbe. Es gilt, Menschenleben zu retten, zu löschen, zu helfen, wo es nur geht, Sachwerte zu erhalten und zu bergen. Dass es auch gut funktioniert, wenn eine zweisprachig aufgestellte Truppe, eine fremde persönliche Ausrüstung trägt und fremdes Material benutzt, dies bewiesen die Instruktoren aus dem Bereich Bern, zum Teil mit Kameraden aus dem französischsprachigen Raum, nicht zum ersten Mal in Jestetten.

Die Überraschung

Die frisch angereisten Helfer wurden zunächst in Andelfingen mit Einsatzkleidung ausgestattet und wussten nicht, dass diese Kleidung danach verladen wurde. In einem Restaurant in Marthalen/CH gab es ein Abendessen und während des Kaffees erhielten die Instruktoren Besuch von Angehörigen der Feuerwehr aus Jestetten mit zwei Löschfahrzeugen. Die deutschen Helfer erklärten den verdutzten Kameraden, dass es in Jestetten brennt und nun alle Anwesenden zum Einsatz benötigt werden. In einer Gasse kleideten sich die Instruktoren ein, besetzten die Fahrzeuge und nach der Fahrt ging es zum Löschangriff beim Jestetter Bahnhof über.

Der Übungsort

Am ehemaligen schweizerischen Bahnhof, direkt an den Gleisen der SBB, auf deutschem Grund und Boden, übten die Helfer unter Atemschutz. Über eine tragbare Leiter und mit einem Innenangriff wurden mehrere Personen gerettet. Die folgende Einsatznachbesprechung wurde von einem Helfer für die teilnehmenden Kameraden auch in die französische Sprache übersetzt. Die Teilnehmer stellten an diesem Abend fest, dass man das Ziel der Feuerwehrarbeit auch mit solchen Voraussetzungen, wie sie vorgefunden wurden, erfolgreich erfüllen kann.

Der Abschluss

Die Übungsteilnehmer wurden von Gesamtkommandant Holger Jörns zu einem Umtrunk und einem Austausch in das Gerätehaus eingeladen. Dort stellte er kurz die Gemeinde Jestetten und die Feuerwehr vor und zeigte die Besonderheiten auf, welche sich mit der Nähe zur Grenzregion der Schweiz ergeben. Die Gäste bedankten sich mit viel Applaus für die gelungene Einlage ihrer Fortbildung.